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Große Qualitätsprüfung: Drei Münchner Kliniken fallen durch

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Von: Klaus Rimpel

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Die Frauenklinik Geisenhofer begründet die Beanstandung des Qualitäts-TÜV mit Dokumentationsfehlern. © Jantz

73 Frauenkliniken in Deutschland sind beim Qualitäts-TÜV im Auftrag der Bundesregierung durchgefallen – darunter auch drei Münchner Kliniken.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das federführende Gremium der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens, hat erstmals die Ergebnisse einer umfassenden Auswertung von Krankenhausdaten von insgesamt 1085 erfassten Kliniken veröffentlicht. Überprüft wurden elf Qualitätsindikatoren in drei Bereichen: Geburtshilfe, Operationen bei Brustkrebs sowie gynäkologische Eingriffen. Drei Münchner Kliniken bekamen in mindestens einem untersuchten Bereich „unzureichende Qualität“ bescheinigt: das Diakoniewerk München-Maxvorstadt (Heßstraße) und die Krüsmannklinik (Schmiedwegerl) im Bereich Mammachirurgie, sowie die Frauenklinik Dr. Geisenhofer (Hirschauer Straße) im Bereich Geburtshilfe. Die Krüsmannklinik wollte bis gestern zu den Hintergründen der schlechten Beurteilung durch den Krankenhaus-TÜV keine Stellung nehmen.

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Das Diakoniewerk Maxvorstadt hat reagiert und will Brust-Operationen komplett einstellen. © Götzfried

Eine Sprecherin des Diakoniewerks Maxvorstadt erklärte, dass die Beanstandung einen eigenverantwortlichen Belegarzt, also keinen der fest angestellten Ärzte des Krankenhauses betraf. Es sei um zwei von insgesamt nur drei Brust-OPs gegangen, bei denen aber kein Patient geschädigt wurde. Konkret wurde der vorgeschriebene zeitliche Abstand zwischen Diagnose und Operation nicht eingehalten. „Als Konsequenz werden wir die Operationen in diesem Bereich ganz einstellen“, sagte eine Sprecherin der Klinik.

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Die Geisenhofer-Frauenklinik erklärte, das beanstandete Kriterium betraf die Frage, ob bei mindestens 90 Prozent der Frühgeburten ein Kinderarzt anwesend war. „Unsere interne Überprüfung hat ergeben, dass es sich um einen Dokumentationsfehler handelt.“ Die Anwesenheit des Kinderarztes sei von den Gynäkologen fehlerhafterweise nicht dokumentiert worden. Tatsächlich sei der Kinderarzt aber zu 100 Prozent anwesend gewesen.

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