Große Sorgen um Knuts Oma

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Knuts Oma Lisa geht es angeblich gar nicht gut.

München - Anfang September zog Lisa – Knuts Münchner Oma – nach Berlin in den Tierpark Friedrichsfelde. Sie wird dort während des neunmonatigen Umbaus des Polariums in Hellabrunn untergebracht.

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Doch der Umzug ist der 31 Jahre alten Eisbären-Greisin nicht gut bekommen, behauptet die Tierschutz-Organisation Peta. „Augenzeugenberichte legen nahe, dass die Münchner Eisbärin Lisa im Tierpark Berlin im Sterben liegen könnte“, so Peta-Zooexperte Frank Albrecht. Viele Besucher des Zoos seien entsetzt, wie Lisa teilnahmslos am Wassergraben des Geheges kauere. „Uns wurde berichtet, dass sie seit 14. Oktober fast nur noch liegt“, sagte Albrecht zur tz. Nachts gehe sie nicht ins Innengehege und auch das Futter verweigere sie meistens.

Für Albrecht ist klar: „Der betagten Eisbärin ist der Umzugsstress nicht gut bekommen, sie ist dafür eigentlich schon viel zu alt.“ Für den Transport mussten die Tiere per Blasrohr narkotisiert werden. Albrecht: „Bei einem gesunden Tier dauert es sechs Monate, bis es den Umzugsstress bewältigt hat.“ Lisa soll in neun Monaten wieder nach München zurück ins neue Gehege. Albrecht: „Dabei geht es bei dem Gehege-Umbau nicht um mehr Platz für Lisa, sondern um eine Zuchtstation für kleine süße Eisbären-Babys.“

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Der Münchner Tierpark Hellabrunn weist die Vorwürfe zurück: „Lisa geht es in Berlin gut“, betonte Zoo-Sprecherin Doris Schwarzer. „Sie ist halt schon sehr alt. Wenn sie mal 100 Jahre alt werden, sind sie ja auch nicht mehr so flott.“ Den Umbau des neuen Geheges habe man nicht mehr aufschieben wollen. Und irgendwo habe man Lisa währenddessen unterbringen müssen. Dass man das neue Gehege nur für eine publikumswirksame Eisbären-Zucht baue, sei falsch. Schwarzer: „Es ist ganz natürlich, dass sich Eisbären paaren und Nachwuchs bekommen. Und für den braucht man extra Platz.“ Erwachsene männliche Eisbären können nämlich durchaus ihr eigens Baby auffressen. Der Berliner Zoo wollte sich bis Redaktionsschluss nicht zu den Peta-Vorwürfen äußern. Allerdings geht es Yoghi und Gianna – den anderen beiden in Berlin geparkten Münchner Eisbären, in der Hauptstadt ganz gut.

Johannes Welte

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