Das sind die Brennpunkte in der Stadt

Große Umfrage der Polizei: Hier ist Radeln in München lebensgefährlich

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Die Karte zeigt die heftigsten Gefahrenstellen für Radler, sortiert nach Häufigkeit der Nennung.

München - 2016 war an jedem siebten Verkehrsunfall ein Radler beteiligt. Besondere Unfallschwerpunkte ließen sich in München aber nicht erkennen – bis jetzt. Das sind die Radl-Brennpunkte der Stadt.

Endlich ist er da, der Frühling! Endlich die erste volle Sonnen-Woche! Damit steigen Zehntausende Münchner wieder aufs Radl statt etwa in den Bus – und müssen sich gefasst machen auf die Schattenseiten der Sonnen-Saison. Denn mehr Verkehr bedeutet gleichzeitig auch höhere Unfallgefahr. Tatsache ist: Im vergangenen Jahr war an jedem siebten Verkehrsunfall ein Radler beteiligt. Besondere Unfallschwerpunkte ließen sich aber nicht erkennen – bis jetzt. Eine neue Umfrage der Polizei zeigt: Hier besteht für Radler Lebensgefahr!

Wobei es am häufigsten kracht? „Beim Rechtsabbiegen“, sagt Polizeihauptkommissar Michael Reisch von der Verkehrsabteilung. Er und seine Kollegen haben im Zuge der Kampagne Gscheid radln – aufeinander achten! eine Internet-Umfrage in Auftrag gegeben, die Brennpunkte für Radl- und Autofahrer aufzeigen soll. Von 2. bis 19. März stimmten 2142 Nutzer ab und nannten insgesamt 1165 verschiedene Orte in der Stadt. Allesamt Orte, die die Teilnehmer aus eigener Erfahrung für gefährlich halten. Auf der Karte unten zeigen wir Ihnen die heftigsten Punkte, sortiert nach Anzahl der Nennungen.

In fast 80 Prozent der Fälle geschehen die brenzligen Situation übrigens tagsüber – bedingt vor allem durch die Hektik im Berufsverkehr. Laut Reisch hat sich an 112 der genannten Stellen im Jahr 2016 auch mindestens ein Unfall ereignet, an zwei Örtlichkeiten sogar jeweils vier. Darunter befindet sich auch die Kreuzung Berg-am-Laim-Straße/Leuchtenbergring – die traurige Nummer eins der Liste. Das Polizeipräsidium will die Stellen nun eingehender untersuchen und über Möglichkeiten zur Entschärfung nachdenken.

Die Ampelschaltung müsste anders sein

Isabel Paul (35) mit Tochter Valerie (15 Monate), Geografin aus Sendling: „Ich habe bei der Umfrage mitgemacht und die Paul-Heyse-Unterführung genannt. Aus Vorsicht schaue ich immer und klingle, ­bevor ich den Radweg verlasse. Die Autofahrer sehen Radfahrer nicht oder unterschätzen die Geschwindigkeit. Ich würde mir hier eine ­andere Ampelschaltung wünschen, so dass Auto-Rechtsabbieger und Geradeaus-Radler nicht gleichzeitig Grün haben.“

Einmal im Monat wird es brenzlig

Edith Orth (77), Rentnerin aus Trudering: „Ungefähr einmal im Monat gerate ich hier an der Berg-am-Laim in brenzlige Situationen. Autos fahren auf die Radwege, nehmen einem die Vorfahrt. Oft gibt es Missverständnisse. Und die Radfahrer fahren auf der falschen Seite. Auch wenn ich immer Helm trage, habe ich hier schon einige Spuren davongetragen. Das letzte Mal habe ich mich am Schienbein verletzt.“

Verdoppelte Bevölkerung, aber unveränderte Straßen

Georg Stohr (59), Beamter aus Harlaching: „In den Stoßzeiten ist es hier besonders gefährlich, weil die Straßenbahn den Verkehr ins Stocken bringt. Radfahrer stehen zwei Minuten an der Ampel und haben dann sechs Sekunden Grün. Die Autos dürfen gefühlt eine halbe Minute lang fahren. Das erzeugt Frust und Ungeduld, bis jemand bei Rot fährt. Die Münchner Bevölkerung hat sich verdoppelt, aber die Verkehrswege hier immer noch dieselben.“

J. Heininger, T. Höpfl

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