Feuer in Waldperlach vernichtet 1,7 Hektar Wald

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Ein Feuer nördlich von Waldperlach vernichtete rund zwei Hektar Wald.

München - Ein Waldbrand an der Landkreisgrenze in Waldperlach löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Die Flammen zerstörten rund zwei Hektar Wald.

Der Putzbrunner Jörg Suckfüll (43) will Montag Nachmittag Wäsche aufhängen. Der Ingenieur lebt im Ortsteil Oedenstockach im zweiten Stock mit freiem Blick aufs Feld, an das sich der Wald anschließt. Da stutzt er: Steigt da nicht Rauch auf? „Da wird doch keiner grillen“, denkt er sich noch – doch der Qualm wird immer dicker. Suckfüll wählt den Notruf. Er und die anderen Anwohner in München haben es mit dem bislang größten Waldbrand der Saison zu tun!

Bilder vom Waldbrand

Waldperlach: Großbrand vernichtet zwei Hektar Wald

An der östlichen Stadtgrenze standen Montag Nachmittag nahe der Straße „Am Bauernwald“ Bäume und Büsche auf insgesamt 200 mal 100 Metern in Flammen, so die Feuerwehr. Diese Fläche von 1,7 Hektar entspricht mehr als zwei Fußballfeldern. Der Gestank brennender Tannen zog auf. Sogar ein Polizei-Hubschrauber kreiste über dem Gebiet, um Wasser abzuwerfen. Groß-Alarm um 13.53 Uhr!

Die Brandbekämpfer mussten ihre Mannschaften über den Nachmittag hinweg immer weiter aufstocken: Insgesamt waren 40 Fahrzeuge vor Ort – von der Münchner Berufsfeuerwehr und der Feuerwehren Putzbrunn, Otto­brunn und Neubiberg, der Kreisbrandinspektion und der Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung. Mindestens 190 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Die Retter konnten das Schlimmste verhindern: Sie stoppten die Flammen gerade noch im niedrigen Jungwald. Im angrenzenden Hochwald wären die Flammen meterhoch in die Luft geschlagen. Die benachbarten Häuser mussten glücklicherweise nicht evakuiert werden. Ein Feuerwehrmann aus dem Landkreis kam mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, sonst wurde niemand verletzt.

Ein Hubschrauber der Polizei unterstützte den Einsatz entscheidend aus der Luft: 18 Mal nahm er Wasser aus einem benachbarten Baggersee in seinen 500-Liter-Tank auf, der wie ein Eimer unter dem Boden hing, und schüttete es über dem Brandherd aus. Am späten Nachmittag schien das Feuer gelöscht zu sein. Allerdings mussten die Brandbekämpfer den staubtrockenen Waldboden danach noch stundenlang wässern und auf versteckte Glutnester kontrollieren. „Wir haben das Gebiet mit sogenannten Feuerlöschpatschern, Stahlfächern an einem Besenstiel, abgesucht“, sagt Johann Petryszak von der Branddirektion München. Auch mit Wärmebildkameras spürten die Feuerwehrler Glutnester auf. Die Brandursache ist noch unklar.

Anfang des Monats hat der Deutsche Wetterdienst die Waldbrandgefahr für fast ganz Bayern auf die Stufe vier von fünf heraufgesetzt: Das bedeutet hohe Gefahr! Forstminister Helmut Brunner (CSU) rief zu Wachsamkeit auf. Ein erster Waldbrand im Hartelholz an der Ingolstädter Landstraße vor zwei Wochen war mit rund 300 Quadratmetern viel kleiner als der jetzige. Als größtes Feuer im Umland gilt der Waldbrand von 2009 in Gräfelfing mit einer Ausdehnung von 25 Hektar.

DAC, CS

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