150 Praxen in München dicht

Heute großer Ärztestreik: Das müssen Sie wissen

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Die Ärzte streiken für bessere Honorare.

München - Ausgerechnet zur Grippewelle: Zehntausende deutsche Arztpraxen werden am Mittwoch ihre Türen geschlossen halten - in München schätzungsweise 150!

Die freien Ärzteverbände wollen mit einem bundesweiten Protesttag ein höheres Honorar erstreiten. Die tz sagt, worauf sich die Münchner Patienten einstellen müssen. „Bis Montagnachmittag hatten wir weit über 100 Praxen, die ihre Teilnahme an der Kundgebung angekündigt haben“, sagt der Münchner Arzt Sean Monks, Koordinator des Aktionstages Praxis ohne Mitarbeiter. Die Demo findet Mittwoch um 10 Uhr vor der VDEK Bayern in der Arnulfstraße statt.

Monks rechnet mit vielen weiteren Praxen - auch im Umland -, die sich beteiligen werden, ohne zur Demo zu kommen. Vor allem Orthopäden, Magen-Darm- und Herz-Spezialisten, Hals-Nasen-Ohren- und Lungenärzte würden ihre Praxen geschlossen halten, so Streikkoordinator Monks. Haus-, Kinder-, Frauen- und Nervenärzte sowie Psychiater dagegen würden tendenziell nur zeitweise dichtmachen.

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

„Ich kann den Patienten nur raten, heute vor ihrem Arzttermin sicherheitshalber bei ihrer Praxis anzurufen und nachzufragen.“ Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns weist darauf hin, dass sie Arztpraxen in der Nähe vermitteln kann, die geöffnet haben. Die Telefonnummer ist kostenfrei und ohne Vorwahl erreichbar: 116 117. In Notfällen gelte die Nummer 112. Weitere Infos gibt’s unter www.kvb.de und unter www.praxisteams-deutschland.de.

Die Aktionen finden unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungsrunde zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) heute Nachmittag statt. Die Vertreter verhandeln seit Wochen über die Honorare der 150 000 niedergelassenen Ärzte und Therapeuten für 2013. Die Kassen hatten zuletzt ein Plus von 900 Millionen Euro angeboten, die Mediziner fordern einen Anstieg um insgesamt 3,5 Milliarden Euro.

nba

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