Verdi hat zum Streik aufgerufen

Erneute Warnstreiks an bayerischen Uni-Kliniken: 48 OP-Säle blieben in München geschlossen

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Die Streikenden ziehen durch München.

Die Gewerkschaft Verdi hat rund 2000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Bayern zum Warnstreik aufgefordert. Alleine in München streikten schon 2000 Menschen.

Update vom 27. Februar 2019, 14.06 Uhr:

Der Betrieb an den Unikliniken im Freistaat ist erneut durch die Warnstreiks im öffentlichen Dienst stark eingeschränkt. 

Am Uniklinikum in München konnte die Hälfte der insgesamt 48 OP-Säle aufgrund des Warnstreiks nicht betrieben werden, wie ein Sprecher mitteilte. Notfälle und sehr dringliche Operationen konnten allerdings stattfinden. In den Ambulanzen kam es zu längeren Wartezeiten. Insgesamt waren knapp 100 Beschäftigte im Ausstand.

Auch Unikliniken in Regensburg und Erlangen betroffen 

Ebenfalls betroffen war das Uniklinikum Regensburg. Nur 50 Prozent der OP-Kapazität konnten hier genutzt werden. Vor allem im ambulanten Bereich kam es bei manchen Untersuchungen zu längeren Wartezeiten, sagte eine Sprecherin der Klinik der Deutschen Presse-Agentur. In Regensburg beteiligten sich etwa 400 Mitarbeiter am Warnstreik, der am Mittwochabend enden sollte. Nach Angaben beider Unikliniken sollen aber weiterhin Notfälle versorgt werden.

An der Uniklinik Erlangen blieben nach Angaben eines Sprechers vier Stationen komplett geschlossen. Auf drei anderen Stationen wurde die Zahl der Betten reduziert, 60 Prozent der OP-Kapazität standen nicht zur Verfügung. Insbesondere Angestellte in der Pflege, aber auch im Bereich der Verwaltung, hatten sich an dem Warnstreik beteiligt. An der Uniklinik Erlangen sollte er noch bis Donnerstagmorgen dauern.

Update vom 27. Februar 2019:

München - Die Warnstreiks gehen weiter: Patienten der Unikliniken in München, Regensburg und Erlangen müssen sich auch am Mittwoch auf Probleme wegen des Tarifstreits im öffentlichen Dienst einstellen. Zu dem zweitägigen Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen, die weiter Druck aufbauen will. Am Donnerstag gehen die Tarifverhandlungen in die vermutlich entscheidende dritte Runde. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro.

An den betroffenen Uni-Krankenhäusern sollen erneut zahlreiche Stationen geschlossen bleiben und OP-Termine verschoben werden. Die Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. Die Kliniken wollen nach eigenen Angaben Notfälle weiter versorgen.

Großer Andrang bei Warnstreik in München: Klinken, Museen und Theater sind betroffen

Update vom 26. Februar 2019: Wer gestern Vormittag in der Innenstadt war, kann sie kaum überhört haben: Mit Trillerpfeifen, Sirenen und sogar Kettensägen sind Demonstranten vom Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße zur Kundgebung auf den Karlsplatz gezogen. Ihre Forderung: fairer Lohn für harte Arbeit. „Gerechnet hatten wir mit 1000, gekommen sind rund 2000 Menschen“, sagt Heinrich Birner, Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Diese hatte zusammen mit der Gewerkschaft der Polizei Tarifbeschäftigte in Bayern zum Warnstreik aufgerufen.

Laut Verdi haben über 5000 Menschen in ganz Bayern gestreikt. Anlass sind Lohnverhandlungen für den öffentlichen Dienst am Donnerstag in Potsdam. Sechs Prozent mehr Gehalt wollen die Streikenden. Birner: „Für den Pflegeberuf fordern wir zusätzliche 300 Euro.“ Neben Beschäftigten des LMU-Kinikums und des Deutschen Herzzentrums streikten auch Angestellte der Polizei, der staatlichen Theater und der Autobahnmeisterei. Beim Klinikum dauert der Streik bis heute an.

Warnstreik in München: Klinken, Museen und Theater sind betroffen

München - In ganz München sind Beschäftigte im öffentlichen Dienst am Dienstag, 26. Februar, aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Bevor am Donnerstag die Tarifverhandlungen in Potsdam weitergehen, hat die Gewerkschaft Verdi rund 2000 Beschäftigte in Bayern zum Warnstreik aufgefordert. Das Ziel: sechs Prozent mehr Gehalt. Das sei „mehr als angebracht“, findet Titus Muschik, freigesteller Personalrat beim Klinikum der LMU. „Pflegekräfte arbeiten in drei Schichten – und das für ’n Appel und ’n Ei.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft die Tarifbeschäftigten der Bayerischen Polizei sowie Pensionisten und Polizeibeamte, die gerade frei haben, zum ganztägigen Streik auf. „Wir sind trotz Streiks zu 100 Prozent für die Bürger da“, versichert Polizeisprecher Werner Kraus.

Auch Klink-Mitarbeiter werden streiken - Versorgung der Patienten bleibt gewährleistet

Am Dienstag und Mittwoch werden voraussichtlich auch manche Mitarbeiter der LMU-Kliniken Großhadern und Innenstadt sowie des Deutschen Herzzentrums nicht zur Arbeit erscheinen. „Eine medizinisch hochwertige Versorgung der Patienten am Klinikum ist gewährleistet“, heißt es in einer Stellungnahme des Uni-Klinikums. Je nach Streikbeteiligung könne es aber zu längeren Wartezeiten kommen. Möglicherweise würden Behandlungen aufgeschoben, die nicht zeitkritisch sind.

Auch für Beschäftigte an Theatern (Staatsoper, Residenz-, Gärtnerplatz- und Prinzregententheater) gilt der Streikaufruf. Am Prinzregententheater ist für Dienstag ohnehin keine Vorstellung geplant. Die anderen Häuser rechnen fest damit, dass das Programm regulär stattfinden kann. „Sollte uns dies nicht möglich sein, versuchen wir ein Alternativprogramm anzubieten“, sagt Sabine Rüter, Sprecherin des Residenztheaters.

Erst vor kurzem gab es einen Streik am Münchner Flughafen:  Trubel am Flughafen München: Etwa 100 Flüge fallen aus

Museen sind ebenfalls vom Streik betroffen, öffnen aber trotzdem

Die Museen betrifft der Warnstreik ebenfalls. Sowohl das Deutsche Museum als auch der Botanische Garten geben aber an, dass sie regulär öffnen wollen. Auch Amts- und Landgericht wollen trotz Streiks den Betrieb aufrechterhalten streiken. Klaus-Peter Jüngst, Sprecher des Amtsgerichts: „Wir setzen alles daran, dass zumindest Strafverhandlungen nicht verschoben werden.“ Das Landgericht gibt an, der Dienstbetrieb sei insgesamt nicht gefährdet.

Die Schlösser- und Seenverwaltung will „aller Voraussicht nach“ ihre Objekte – in München etwa Schloss Nymphenburg – am Dienstag regulär öffnen. „Nur das Neue Schloss Herrenchiemsee bleibt zu“, so Sprecherin Franziska Wimberger. Das Studentenwerk, das ebenfalls bestreikt werden soll, will laut Sprecherin Sophie Plessing den Betrieb der Mensen sicherstellen.

Laura Felbinger

Bei der Deutschen Bahn konnte erst kürzlich ein Streik verhindert werden: Bahn und Lokführer erzielen Durchbruch: So lange sind Streiks jetzt ausgeschlossen

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