Groß-Einsatz in München

Spezialkräfte stürmen Apartment

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Schwer bewaffnete Kräfte rücken an: Spezialeinsatzkräfte stürmen ein Apartment in München.

München - Wird in München ein Terroranschlag vorbereitet? Die Polizei ist in heller Aufregung. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte stürmen ein Apartment. Wenig später gibt es Entwarnung.

Nach den blutigen Anschlägen von Paris mit 129 Toten ist die Nervosität auch in München groß. Regelmäßig lösen herrenlose Koffer im Bahnhof oder sogar Trafokästchen für Weihnachtsbeleuchtung Polizeieinsätze aus. Jetzt hat ein Terrorverdacht gegen eine arabische Gruppe die Münchner Polizei stundenlang in Atem gehalten. Spezialkräfte stürmten am Donnerstagabend ein Hotel-Apartment an der Josephsburgstraße. Ein Verdächtiger (30) wurde vor der Anlage festgenommen.

Drei Gaskartuschen

Am Ende des Anti-Terror-Einsatzes in Berg am Laim stellte sich heraus: Die arabische Gruppe bestand laut Polizei aus harmlosen Flüchtlingen! Zudem wurden drei Gaskartuschen sowie eine Baseball-Kappe mit der Aufschrift Police sichergestellt.

Der Einsatz mit etwa 100 Beamten war gegen 17.45 Uhr angelaufen. Zuvor hatte die Chefin des Hotel Central die Polizei informiert, weil sich die Gäste konspirativ verhalten würden. In ihrem Apartment lägen zudem Uniformteile und Butangasflaschen herum, berichtete eine Putzfrau. Als die Polizei am Donnerstagabend eintraf, stießen die Beamten zunächst auf einen 30-jährigen Iraner. Der Mann wurde umgehend festgenommen. Er informierte die Polizisten, dass sich in dem Apartment ein Ehepaar sowie zwei weitere Verwandte aufhielten.

Fahndung nach Trio und Fahrzeugen

Daraufhin stürmte eine schwerbewaffnete Spezialeinheit das Apartment, in dem sich jedoch nur eine 44-jährige Iranerin aufhielt. Von ihrem Ehemann und den beiden Verwandten fehlte jede Spur. Daraufhin wurde eine Fahndung nach den Männern sowie zwei BMW, einer davon mit Hannoverschen Kennzeichen, eingeleitet.

Betroffenes Hotel in München

„Es ist kein Terroranschlag geplant gewesen“, gibt der Sprecher der Polizei München, Marcus da Gloria Martins, am Freitag Entwarnung. „Die Menschen haben sich zwecks Familienzusammenführung dort getroffen.“ Die Iranerin sowie ihr Ehemann (52) waren erst am Mittwoch von dem festgenommenen Landsmann in einem BMW eingeschleust worden. Bei Rosenheim war das Trio von Schleierfahndern kontrolliert worden.

In München hatten sie sich dann mit den zwei jüngeren Verwandten (22 und 30) zusammengeschlossen. Gemeinsam wollten sie nach Hannover zu Angehörigen weiterfahren. Die jungen Männer wurden im Verlauf des Einsatzes in einem Restaurant am Hauptbahnhof ausfindig gemacht und ebenso vernommen. Auch der Ehemann der Iranerin hatte sich gemeldet.

Polizei dementiert Meldung über Flucht

Das Magazin Focus hatte zuvor online berichtet, die Polizei habe eine „verdächtige arabische Gruppe entdeckt, von der offenbar eine Gefahr ausging“. Dabei wurde ein Zusammenhang mit dem abgesagten Fußball-Länderspiel in Hannover hergestellt. Die Polizei dementierte jedoch prompt am späten Donnerstagabend und bezeichnete den Bericht via Twitter als „Falschmeldung“. Auch sei keiner der Beteiligten am Donnerstag vor der Polizei geflüchtet.

„Alle Betroffenen haben sich sehr kooperativ verhalten“, erklärte Polizeisprecher da Gloria Martins. „Für uns ist der Fall nun abgeschlossen.“ Trotz des Einsatzes von rund 100 Einsatzkräften sei der Anruf der Hotelangestellten dennoch richtig gewesen.

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