Der 20.03. ist der Tag des Glücks

Großer Vergleich: So glücklich ist Ihr Stadtviertel!

München - Ein vierblättriges Kleeblatt, ein Schweinderl oder ein Hufeisen – all diese Dinge sollen Glück bringen. Die tz bringt Ihnen, liebe Leser, heute jedenfalls eine ganze Seite voller Glück!

Und dazu noch eine gute Nachricht: Glücklich zu sein kann man lernen. Davon ist der renommierte Münchner Psychologe Dr. Stephan Lermer überzeugt. Er zeigt Ihnen seine sieben Wege zum Glück. Wo die glücklichsten Münchner wohnen, erfahren Sie in der Stadtteilkarte unten. Wobei: Eine ganz besonders glückliche Adresse haben die Münchner in unserer Umfrage – die Glückstraße.

Wo die glücklichsten Münchner wohnen

München ist bekanntlich die schönste Stadt der Welt – kein Wunder, dass wir zufriedener sind als viele andere Deutsche: Drei von vier Münchnern vergeben für ihr persönliches Glück die Schulnoten 1 oder 2. Das ergibt eine neue Auswertung des tz-Stadtteilchecks. Im Schnitt vergeben die Münchner die Note 2,1.

Weil das Glück ein Rindviech ist, verteilt es sich auch in der Stadt nicht gleichmäßig: Frauen sind zufriedener als Männer. Die Jüngsten unter 30 sind die Glücklichsten, dann nimmt die Freude leicht ab, um in der Rente wieder zu steigen. Die Ergebnisse decken sich mit der Studie Lebenszufriedenheit in München 2014 der LMU-Soziologen Dominik Steinbeißer und Felix Bader. Sie fanden zudem heraus: Je höher das Einkommen, je gesünder, je vertrauter mit den Nachbarn, umso zufriedener sind die Münchner. Da­rum ist das Glück auch ungleich über die Viertel verteilt.

Hier wohnt das Glück

Stadtviertel Glücks-Note
Altstadt-Lehel 1,80
Schwabing West 1,85
Au-Haidhausen 1,89
Untergiesing- Harlaching 1,89
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 1,89
Maxvorstadt 1,97
Neuhausen-Nymphenburg 1,97
Pasing-Obermenzing 2,01
Sendling 2,01
Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln 2,02
Schwanthalerhöhe 2,02
Bogenhausen 2,03
Trudering-Riem 2,09
Feldmoching-Hasenbergl 2,14
Sendling-Westpark 2,14
Schwabing-Freimann 2,15
Aubing-Lochhausen-Langwied 2,16
Laim 2,18
Hadern 2,20
Moosach 2,23
Obergiesing-Fasangarten 2,23
Allach-Untermenzing 2,29
Ramersdorf-Perlach 2,32
Milbertshofen-Am Hart 2,37
Berg am Laim 2,39
Gesamt 2,10

Tipps vom Psychologen: Sieben Wege zum Glück

Glücklich sein will jeder. Glückliche Menschen sind gesünder, ausgeglichener und sogar erfolgreicher, das fanden Wissenschaftler heraus. Dass jeder von uns lernen kann, glücklicher zu sein, davon ist Psychologe Dr. Stephan Lermer (66) überzeugt. „Das geht nicht per Knopfdruck. Aber es gibt ein paar erforschte Strategien.“ Diese hat Lermer, der auch Glücksvorträge hält, in einer neuen Audio-CD zusammengestellt (Psychologie des Glücks, 17,99 Euro). In der tz erklärt er seine sieben Wege zum Glück:

1. Selbsterkenntnis und Menschenkenntnis: Zunächst geht es um die eigene Bedürfnispalette – ähnlich einer Farbpalette. Fragen Sie sich: Was will ich? Und Ihre Wertehierarchie: Was ist mir wichtig? In dieser ersten Phase lernen wir uns besser kennen. Und schauen dazu auch andere Menschen an: Was machen die – was würde ich machen? Beziehen Sie auch Kollegen oder Partner mit ein. Die wissen, welche Stärken und Schwächen Sie haben. Das Ziel: sich optimal zu entfalten. Also Fähigkeiten und Herausforderungen gut zu kombinieren, um nicht über-, aber auch nicht unterfordert zu sein. Ein erster Schritt, glücklich zu sein.

2. Dankbarkeit – und etwas Demut: Schreiben Sie einen Monat lang ein Dankbarkeitstagebuch. Notieren Sie abends kurz, was Sie heute glücklich gemacht hat. Nach 30 Tagen werden Sie merken, dass Sie glücklicher sind als vorher. Zu dieser Dankbarkeit gehört auch eine Portion Demut. Sind Sie traurig, weil Ihnen etwas nicht gelungen ist? Trösten Sie sich mit: „Wer weiß, wofür es gut war.“ So ärgern Sie sich weniger, lösen sich von dem Allmacht-Gedanken, alles müsse sofort machbar sein. Wieder ein Schritt zum Glück.

3. Als ob… Die Kraft von Vision, Simulation, Zukunftsvorwegnahme: Hier möchte ich mich klar von naiv positivem Denken abgrenzen. Es hilft nichts, auf dem Kontoauszug aus einem Minus einfach ein Pluszeichen zu machen, damit es einem besser geht. Ich spreche hier vielmehr das bewusste, positive Denken an: Sobald Sie ein Projekt angehen, haben Sie eine Vision, dass es gut wird. Beispiel: Sie wollen abnehmen. Setzen Sie sich ein Datum und ein Ziel – in drei Monaten fünf Kilo weniger. Simulation: Planen Sie Ihren neuen Ernährungs- und Bewegungsplan. Zukunftsvorwegnahme: Schauen Sie in den Katalog, welche Kleidung Ihnen zwei Nummern kleiner gefällt. Schon diese Vorfreude macht glücklich!

4. Aktivität: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (wusste schon Erich Kästner): „Eigentlich hätte ich dies und das machen sollen…“ Trennen Sie sich von diesen Gedanken. Nicht, was man denkt oder spricht, ist entscheidend – sondern was Sie tun. Beispiel: Sie haben früher gern am Samstagvormittag eine Stunde Tennis gespielt, jetzt aber warten Kinder und Hausputz. Lösung: Schreiben Sie sich diesen Termin für sich selbst fest und fangen Sie wieder an! Selbstbestimmte Bewegung macht glücklich.

5. Extraversion – aktiver Kontakt mit anderen Menschen: Und das ist wohl die goldene Formel, die uns am meisten glücklich macht: Andere Menschen glücklich zu machen. Sie zum Lächeln bringen, sie trösten. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Eltern, Ihre Kinder. Damit zeigen Sie Ihre Liebe, das macht glücklich. Ein weiterer Punkt: Gehen Sie auf fremde Menschen zu. Es gibt neue Studien, dass uns spontane Gespräche mit fremden Menschen glücklicher machen als mit Vertrauten. Grund: mehr Offenheit durch Unbefangenheit, den Fremden trifft man ja nie wieder.

6. Freundschaften schließen und pflegen: Laden Sie den neuen Kollegen ein, rufen Sie eine alte Bekannte aus der Schulzeit wieder an. Es ist wissenschaftlich belegt, wie wichtig Freunde sind. Gemeinsam Lachen, Weinen und Ratschen schweißt zusammen und macht uns glücklich. Interessant dabei: Frauen treffen sich, um zu reden, sitzen sich gegenüber. Männer treffen sich für ein Projekt, nehmen sich etwa einen Katalog mit, weil sie sich ein neues Radl kaufen wollen, und sie sitzen nebeneinander – am Tresen, im Stadion.

7. Liebe und Partnerschaft: Für eine glückliche Partnerschaft sind drei Punkte wichtig. Erstens: das uneingeschränkte Wohlwollen dem Partner gegenüber, sie wollen ja beide, dass die Beziehung gelingt. Zweitens: der Respekt voreinander. Lassen Sie Ihren Partner so, wie er ist. Drittens: Re-silienz, das heißt seelische Widerstandsfähigkeit, eine Art psychische Hornhaut. Heißt: Bei einer Krise mit dem Partner nicht aufs Rechthaben pochen, nicht gleich bewerten, auch nicht nur von sich ausgehen. Vielmehr die Geduld aufbringen, dem anderen aktiv zuzuhören. Erwiesen ist, dass glückliche Paare gesünder sind und länger leben. Machen Sie Ihren Partner glücklich – dann werden Sie selbst glücklich sein.

Prinzregententorte als Glücksspezialität

Torten machen glücklich! Keine weiß das besser als Konditorin Yumiko Sasaki (35) von der Konditorei Erbshäuser. Schließlich sorgt sie mit ihren Torten für dieses Hochgefühl! „Torten essen ist ein kurzer, aber toller Glücksmoment! Unsere Kunden macht das total glücklich – und uns dann natürlich auch“, sagt die gebürtige Japanerin. Ihre Glücks-Spezialität – die Prinzregententorte! „Dafür ist unsere Bäckerei bekannt! Die ist hier besonders gut“, strahlt sie. Auch persönlich hat sie hier ihr Glück gefunden: „Vor sechs Jahren habe ich hier meine Ausbildung absolviert.“ Jetzt macht sie mit ihren Torten die Menschen im Viertel glücklich.

Straßenname ist Programm

Herbert Landauer (77) und seine Mitarbeiterinnen Sylvia Pappenberger (48) und Nadja Grundner (53) bringen Glück im Unglück. Der Grund: Landauer ist Ingenieur für Anlagetechnik – zum Glück für Hausfrau Astrid van Ijsseldijk. Bei der 54-Jährigen war vor kurzem Land unter! „Mein Mann wollte eine neue ­Duschtrennwand einbauen. Dabei hat er ein Rohr angebohrt. Da hat das Wasser ganz schön gespritzt!“, berichtet sie. Die Rettung war nur einen Anruf in die Glückstraße entfernt. Landauers Firma half. „Ich profitiere schon vom Pech der Anderen – bringe ihnen aber dafür Glück!“, sagt Landauer lachend. „Der Standort hier ist absolutes Glück!“

Heute wird gleich doppelt gefeiert!

Silke Keil ist ein echtes Glücks-Kind. Glück in der Liebe, Glück mit der Wohnung und seit zwei Monaten Glück mit Oskar! „Ich kann mich wirklich nicht beklagen!“, lacht die 36-jährige. Seit sechs Jahren wohnt sie mit ihrem Mann hier in der Glücksstraße - für sie ein absoluter Glückstreffer: „Super Lage mit dem Englischen Garten in der Nähe und dazu bezahlbar!“ Am Glücks-Freitag wird bei ihr gefeiert – ihr Mann hat da auch noch Geburtstag! Pech hat Silke nur beim Finden von Parkplätzen. Da sind in der Glücksstraße keine Glücksmomente garantiert!

Florian Fussek, David Costanzo, Martina Williams und Michael Westermann (Fotos)

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