Großhadern: Großes Herz für todkranke Kinder

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Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Thomas Barth, Prof. Dr. Monika Führer, Karin Seehofer, Minister Dr. Wolfgang Heubisch, Fritz Pleitgen und Harald Strötgen (v.l.) präsentieren den Millionen-Scheck

München - In Großhadern wird dank großzügiger Spendergelder ein Palliativzentrum gebaut. Dort können schwerkranke und sterbende Kinder stationär und ambulant betreut werden.

Charlotte war ein gesundes, fröhliches Mädchen - bis zu ihrem zweiten Geburtstag. Bis zum Ausbruch der Metachromatischen Leukodystrophie. Die angeborene Stoffwechselkrankheit beraubte sie aller Fähigkeiten. Ihre Mutter hat inzwischen gelernt, mit der Krankheit umzugehen. Sie pflegt und ernährt ihre Tochter künstlich. Was aber, wenn Charlotte Krampfanfälle und Magenblutungen bekommt? Die kann man nicht mehr zu Hause behandeln - und genau davor fürchtet sich ihre Mutter. „Eine Kinderpalliativstation wäre in so einer Situation eine sichere Zuflucht, wir könnten alle zusammenbleiben, und ich kann darauf vertrauen, dass Charlotte geholfen wird!“

Ende 2012 soll das Zentrum fertig gebaut sein

Vor rund einem Jahr hat sich der Förderverein Kinderpalliativzentrum München e.V. unter der Schirmherrschaft von Karin Seehofer auf den Weg gemacht, ein solches Zentrum enstehen zu lassen. Ein Zentrum, in dem schwerkranken und sterbenden Kindern eine stationäre und ambulante Betreuung ermöglicht wird. 7,5 Millionen Euro wurden für das erste Projekt dieser Art in Bayern benötigt. Jetzt gab der Förderverein bekannt: Das Geld ist da! Schon Ende 2012 soll am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in Großhadern das Palliativzentrum fertig gebaut werden. Mit zwei Millionen Euro beteiligt sich das Klinikum selbst an den Bau- und Entwicklungskosten. Der Rest - stolze 5,5 Millionen Euro - wird durch Spendengelder finanziert.

Die Basis der Spendenpyramide bilden dabei drei große Organisationen. Die bayerische Landesstiftung und Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, spendeten jeweils eine Million Euro, 1,5 Millionen kamen von der Deutschen Krebshilfe e.V. Der Mittelbau der Pyramide setzt sich aus vielen Spendern zusammen, die zwischen 10 000 und über 250 000 Euro beisteuerten. Neben Uli Hoeneß, FC Bayern Hilfe e.V. und BMW, spendeten unter anderem der Chef der Stadtsparkasse, Harald Strötgen und Thomas Barth, Chef der e.on Bayern AG, mit ihren Unternehmen je über eine Viertelmillion Euro. Die Spitze der Pyramide bilden viele weitere Spender, die den zahlreichen Annoncen und Appellen in den Medien gefolgt sind. Dank ihnen allen gibt es nun ganz bald die sichere Zuflucht für Kinder wie Charlotte. MA

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