Chaos geht weiter

Großmarkt-Zukunft: Noch eine Studie

+
Nur die geschützte Halle 1 bleibt erhalten.

München - Die Pläne für die Großmarkthalle kommen kaum voran: Mehrere Gutachten hat es schon gegeben, das letzte 600-Seiten-Konvolut hat 1,2 Millionen Euro gekostet. Trotzdem muss jetzt noch eine Studie her.

Das hat der Stadtrat am Donnerstag nach einigem Streit einstimmig beschlossen. Studien, frische Studien …! Zwei Jahre verloren, mehr als eine Million Euro vergeudet: Die CSU ärgerte sich über das letzte Gutachten. „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen“, sagte Stadtrat Georg Schlagbauer. Die Markthallen bröckeln vor sich hin – ein Neubau muss her. „Wir sprechen hier von Menschen und Arbeitsplätzen“, sagte Schlagbauer. Viel weiter als vor zweieinhalb Jahren, als das Gutachten in Auftrag gegeben wurde, sei die Stadt nicht.

Tatsächlich kloppte Rot-Grün auch noch eine wichtige Erkenntnis der letzten Studie in die Tonne: Die Gutachter hatten zum Neubau im Norden des Areals geraten, Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) wollte darum einen ersten Bauabschnitt entlang der Thalkirchner Straße planen – diese „Variante C“ strich Rot-Grün weg. Jetzt muss ein neues „Nutzerbedarfsprogramm“ den Neubau auf dem ganzen Gelände prüfen, weil die Markthändler Druck machen. Sie kämpfen für den Standort Schäftlarnstraße, den das Kommunalreferat aber ausschließt.

Rot-Grün verteidigte trotzdem die letzte Studie und den Plan. Erstmals in der hundertjährigen Geschichte der Großmarkthalle liege eine Bestandsaufnahme vor. „Lieber investiere ich vorher Geld, als dass ich hinterher ein Desaster habe“, sagte Bürgermeisterin Christine Strobl. Der Neubau selbst soll aber weniger als die veranschlagten 200 Millionen Euro kosten – und die Nutzer sollen ihn über die Miete bezahlen.

DAC

Auch interessant

Kommentare