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Eidechsen bedrohen die Großmarkthalle

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Der Großmarkt beliefert ganz Südbayern mit Obst, Gemüse und Blumen.

München - Die Zukunft der städtischen Großmarkthalle hängt an einem seidenen Faden. Nein, nicht finanzielle Probleme machen dem Mieter das Leben schwer, sondern Eidechsen. Wie das sein kann:

Eine Eidechsen-Kolonie steht dem Bau eines neuen Logistikzentrums im Weg, das die Großspedition Papp dort im Auftrag eines Lebensmittelkonzerns errichten möchte. Nun plant die Spedition, die den Großteil des Großmarktes am Laufen hält, den Wegzug aufs Land! Die Rathaus-CSU fürchtet um 3000 Arbeitsplätze im Herzen der Stadt.

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Die Spedition Papp ist der Hauptmieter auf dem Gelände der Großmarkthalle. Sie stellt ihre Gebäude wiederum dem Großhandel für den Güterumschlag zur Verfügung. Seit fünf Jahren plant die Spedition ein neues Logistikzentrum für die Schweiz, Österreich und Norditalien. Es ist die Rede von einer Investition über 100 Millionen Euro und bis zu 100 neuen Jobs.

Bis vor zwei Monaten plante die Spedition die neue Halle auf dem Gelände der Gleisanlagen im Südwesten – bis das Planungsreferat das Projekt stoppte. Grund: Auf den Gleisen hat sich eine Kolonie europaweit geschützter Mauereidechsen breit gemacht. Die Rede ist von rund 500 Tieren. Der Landesbund für Vogelschutz entdeckte die Tiere dort bereits 2003 und meldete das Vorkommen der Stadt. Nach tz-Informationen erstellte ein Münchner Öko-Büro ein Gutachten, um den Schutz der Eidechsen sicherzustellen.

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Jetzt will die Stadt der Spedition ein anderes Grundstück im Südosten des Großmarktes für den Neubau zur Verfügung stellen. Das Dumme ist nur: Im Gegensatz zum südwestlichen Areal wurde dort noch kein Lärmschutzgutachten erstellt, es wurde auch noch nicht nach Altlasten gesucht.

Doch der Spedition läuft, eigenen Angaben zufolge, die Zeit davon: „Wir haben einen Vertrag, wonach das neue Logistikzentrum spätestens Ende 2012 fertig werden muss“, so Firmenchef Dr. Florian Papp zur tz. „Wir rechnen alleine mit einer Bauzeit von sechs bis acht Monaten.“ Das wird also knapp, zumal noch die Gutachten fehlen. Doch was passiert, wenn die Stadt nicht schnell genug für Baurecht sorgt? Dr. Papp: „Wir müssen uns dann nach einem neuen Standort umschauen.“ Den Alternativstandort habe man schon „im Osten von München“ gefunden. Dahin würde die Spedition dann aber auch mit all ihren bislang im Großmarkt angesiedelten Unternehmen ziehen. Was das für München bedeuten könnte, erklärt Dr. Papp so: „Wenn wir mit unserer Logistik rausgingen, wäre das ein großer Schlag für die Großmarkthalle.“

Die CSU wittert schwere Planungsversäumnisse im Rathaus und will das Thema heute im Stadtrat besprechen. CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer: „Ohne die Spedition Papp ist der Großmarkt kaum überlebensfähig, damit sind 3000 Jobs in der Münchner Innenstadt in Gefahr.“

Johannes Welte

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