Großmarkthalle: Immer mehr Eidechsen-Probleme

München - Das große Krabbeln der Eidechsen und Heuschrecken auf dem Großmarkthallengelände droht die gesamten Planungen zu behindern: Der tz liegt dazu ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten vor.

Das große Krabbeln auf dem Großmarkthallengelände – es macht dem Rathaus Kopfzerbrechen: Erst kürzlich berichtete die tz, dass geschützte Mauereidechsen den Erweiterungsbau einer Spedition auf dem Gelände bedrohten. Die Halle 30 wird nun in einer anderen Ecke des Areals geplant, um den Wegzug des Hauptmieters der Großmarkthallen zu verhindern.

Doch die Eidechsen drohen die gesamten Planungen auf dem Großmarkthallengelände zu behindern: Der tz liegt ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten vor, das belegt, dass die Mauer­eidechsen längst alle Schienenstränge im Gebiet der Markthallen besiedelt haben und auf dem Sprung sind, das Gelände der ehemaligen Großviehhalle in der Tumblingerstraße zu besiedeln. Dort plant die Stadt Wohnungsbauten und Bürogebäude. Haben sich die Eidechsen erst einmal ausgebreitet, wird es schwierig, dort zu bauen.

Den Experten zufolge ist das Vergrämen oder die Umsetzung der aus Italien eingewanderten Mauer­eidechsen kaum möglich. Man könnte ihnen aber Bruchsteinmauern errichten, auf denen sie sich dann wohl fühlen.

CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer schlägt Alarm: „Da zu befürchten ist, dass sich die Mauereidechsen weiter auf dem Gelände ausbreiten, müssen frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden, um nicht noch weitere Flächen zu verlieren, die für die Überplanung oder für andere Aufgaben gebraucht werden.“ Heute wird er einen entsprechenden Antrag im Rathaus einreichen.

Das Kommunalreferat will das Gelände der Großmarkthallen neu strukturieren, von Grünzügen und Wohnungen neben den Handelshallen ist die Rede. Was die Eidechsen für die Planungen bedeuten? Pressesprecherin Silke Pesik weicht aus: „Die vorgefundene Population der Mauer­eidechsen wird selbstverständlich in die Freiflächenplanung integriert, sodass der originäre wirtschaftliche Bestimmungszweck und darüber hinausgehende Entwicklungsmöglichkeiten gesichert sind.“

Man darf gespannt sein, was die neueste Entdeckung auf dem Marktgelände bringt: Die gesetzlich geschützte blaugeflügelte Ödlandschrecke, die auf der Roten Liste steht. Die Folgen sind noch unklar. In den Büros der Großmarkthalle wird aber längst gestöhnt: „Wir sind doch kein Öko-Zoo!“

Johannes Welte

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