Das Verbrechen schläft nie

Im Großstadt-Einsatz: Wenn die Polizei nachts gerufen wird

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Immer im Einsatz: die Münchner Polizei.

München - Wenn Menschen spät in der Nacht den Notruf 110 wählen, geht es nicht selten um Leben oder Tod, schwere Verbrechen oder Unfälle und manchmal auch um ganz banale Nöte. Lesen Sie hier drei ungewöhnliche Großstadt-Einsätze.

Immer jedoch bittet ein Mensch die Polizei um Hilfe – für sich selbst oder für andere und manchmal auch nur für ein kleines Schäfchen, das unter sehr merkwürdigen Umständen in einem Pasinger Bordell gehalten wurde. Lesen Sie hier über drei ungewöhnliche Großstadt-Einsätze, die in den letzten Nächten die Münchner Polizei beschäftigten.

Vergewaltigung! Wachleute retten Frau

Am Stachus.

Mitten in der Nacht meldeten sich am Mittwoch zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, die am Stachus eine beunruhigende Szene beobachtet hatten. Sie sahen, wie ein Mann eine immer wieder zusammenbrechende, offensichtlich völlig hilflose Frau stützte. Als er mit ihr im Treppenhaus des Parkhauses am Karlsplatz 1 verschwand, riefen die beiden Wachleute um 4.10 Uhr den Polizei-Notruf 110 und gingen den beiden nach. Keine Sekunde zu früh: Sie fanden die beiden im Treppenhaus. Die Frau lag bereits auf dem Boden, der Mann kniete mit heruntergelassenen Hosen schon vor ihr. Die Wachleute zogen ihn zurück und verhinderten damit die Vergewaltigung der mittlerweile fast bewusstlosen Frau. Die 21-Jährige wurde sofort in eine Klinik gebracht. Der Täter (25) aus dem Landkreis Miesbach wurde festgenommen.

Mann sticht auf Bruder ein

In der Nacht auf Dienstag ist ein 19-Jähriger Koch-Azubi in der Altstadt-Polizeiinspektion in der Hochbrückenstraße erschienen und sagte sinngemäß: „Ich wollte gerade meinen Bruder erstechen. Nehmt mich fest, bevor noch mehr passiert ...“ Polizisten und Rettungskräfte eilten sofort zu der in der Nachbarschaft gelegenen, gemeinsamen Wohnung der Brüder. Sie fanden dort den 21-Jährigen, der eine tiefe, aber nicht lebensgefährliche Stich- und Schnittwunde am Kopf erlitten hatte. Der Bruder hatte ihn gegen 2.45 Uhr im Bett angegriffen – da hatte dieser schon geschlafen. Der angetrunkene 19-Jährige lief danach aus dem Haus und irrte 15 Minuten durch die Nacht, bevor er sich stellte. Das Motiv ist unklar. Weil er einen Schlafenden angriff, sitzt er wegen Mordversuchs in U-Haft. Der Bruder liegt noch im Krankenhaus.

Das Lamm aus dem Bordell

Lämmchen "Birke" fühlte sich bei der Kripo ziemlich wohl.

Arme kleine Birke! Was haben sie mit dir gemacht? Beamte der Münchner Sitte beschlagnahmten am Montag nach einem Hinweis im Pasinger Bordell Virgin Suite in der Schuegrafstraße ein Lämmchen namens Birke. Das erst drei Wochen alte Tier lebte im Zimmer der transsexuellen Prostituierten Jeanette (25). In ihrem Zimmer wurde zudem Marihuana gefunden. Das Lämmchen hatte einen solchen Hunger, dass das Bäuchlein vernehmlich knurrte. Die Prostituierte war bereits in Nordrhein-Westfalen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz aufgefallen. Dort hatte sie früher 25 Schafe gehalten, bis der Amtstierarzt einschritt. Die Polizisten verhängten ein sofortiges Tierhalteverbot und nahmen Birke gleich mit. Es besteht der Verdacht, dass das Tier Teil verbotener Sexualpraktiken war. Nach einer großen Flasche Aufzucht-Milch bei der Polizei wurde Birke in die Obhut des Tierheims gegeben. Die Kleine lebt jetzt artgerecht mit anderen Lämmern zusammen und heißt nun in Anlehnung an die berühmte Hape-Kerkelig-Parodie „Hurz“.

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