Zur Gruam: So sieht das Kult-Lokal jetzt aus

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So schaut sie aus, die Gruam mitsamt ihrer Patina

München - Für die einen ist es die Gentrifizierung einer der letzten Bastionen Münchner Kneipen-Kultur, für die anderen längst überfällig: Das Kult-Lokal "Zur Gruam" am Großmarkt wurde von Stephan Maria Alof übernommen und wurde neu eröffnet.

Im Internet wird eine hitzige Diskussion geführt über die Übernahme des Traditions-Lokals Zur Gruam am Großmarkt durch Stephan Maria Alof, der im benachbarten Glockenbachviertel das gastronomische Dreigestirn Maria (Café), Josef (Party-Miet-Location) und Jessas (eine Eisdiele) führt.

Die Gruam, „das war seit 1934 eine Boazn für das Schlachthofviertel, Großmarkthalle, für die Nutten und Gangster der Stadt“ erzählt Alof, „an der war ich schon immer interessiert.“ In den letzten drei Jahren war das Lokal wegen Erkrankung des Vorpächters aber öfter geschlossen als geöffnet, „und als ich im Frühjahr zufällig beim Vorbeifahren einen Zettel gesehen habe, dass der Laden zu haben ist, hab ich das Schild sofort abgemacht und mich bei der Bahn gemeldet.“ Denn die ist Eigentümerin des Geländes an den Bahngleisen.

Viel geändert hat Alof nicht, er wollte das Flair erhalten. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die ganzen Läden mit Geschichte und Patina wegmachen und durch schwarze Leder-Lounges ersetzen“, sagt er. „Einmal durchgeweißelt, Müll rausgeräumt und viel geputzt, das war’s.“ In einer Schublade, erinnert sich der Wirt, habe er einen Beleg für die pralle Vergangenheit der „Gruam“ gefunden: „Da lag noch ein Haftbefehl wegen eines durchaus ernst zu nehmenden Delikts drin.“ Konkreter will Alof nicht werden, die Kundschaft von damals ist nicht unbedingt mehr sein Zielpublikum, „wobei ich Wert darauf lege, dass weiterhin jeder rein darf“. Seit knapp zwei Wochen hat er geöffnet.

Zur Gruam, Thalkirchner Straße 114, geöffnet ­täglich von 17-5 Uhr.

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