Nur zehn Prozent Ersatzpflanzungen umgesetzt

Grüne kritisieren: Zu wenig Baumschutz in München

München - Baumschutz kommt in München offenbar an letzter Stelle: Laut einer Auskunft der Stadt sind im Jahr 2015 insgesamt 2715 Ersatzpflanzungen gefordert worden. Lediglich 261 wurden tatsächlich umgesetzt.

Weniger als zehn Prozent! Die Stadtrats-Grünen sehen bei dem Thema rot: „So kann es nicht weitergehen“, schimpft Vize-Fraktions-Chefin Sabine Krieger. Sie fordert Konsequenzen.

Ersatzpflanzungen werden immer dann nötig, wenn Bäume wegen Neubauten weichen müssen. Kommen Bauherren dem nicht nach, kann die Stadt durch Bußgelder dagegen vorgehen. 2015 tat sie das – mit 70 Bescheiden! Laut Rathaus-Grünen allerdings nicht wegen versäumter Nachpflanzungen, sondern wegen nicht genehmigter Fällungen.

Die Verwaltung verweist zur Begründung auf Personalknappheit. Krieger: „Wenn die Verwaltung mit dem Vollzug geltenden Rechts nicht mehr nachkommt, muss sie beim Stadtrat zusätzliche Stellen einfordern.“ Das macht die Verwaltung öfter – allerdings bei anderen städtischen Aufgabenfeldern. „Die Tatsache, dass das beim Baumschutz nicht längst geschehen ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Stellenwert, den das Thema in der Stadt hat“, schimpft Krieger.

Die Grünen schlagen nun vor, automatisch einen Bußgeldbescheid zu erlassen, wenn eine eingeforderte Nachpflanzung nach zwei Jahren noch nicht nachgewiesen worden ist. Das spare Ressourcen, erhöht gleichzeitig auch deutlich den Druck zur Einhaltung der Baumschutzvorschriften.

„Die jetzige Kontroll- und Ahndungspraxis führt in den Vierteln zu einer deutlichen Reduzierung des Baumbestandes“, sagt Krieger. „Dabei ist es gerade in Zeiten der Nachverdichtung wichtig, Baumfällungen durch Nachpflanzungen zu kompensieren.“

Rubriklistenbild: © dpa

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