Ude & Reiter kontern Attacke

Grüne OB-Kandidatin Nallinger unter ­rotem Beschuss

+
Daumen runter: Auf seiner Facebook-Seite widerlegt OB Christian Ude die Grüne, auch Dieter Reiter bleibt gelassen.

München - In der rot-grünen Stadtspitze fliegen die Fetzen! Die Ökos mucken auf, OB-Kandidatin Sabine Nallinger spuckt große Töne gegen die großen SPD-Brüder. OB Ude und Kandidat Reiter stutzen die Grüne zurecht.

Hinterher gibt Nallinger sich kleinlaut.

„Diese Grünen wollen die Stadtspitze erobern“, jubelte die 49-Jährige noch nach ihrer Aufstellung als Kandidatin am Mittwoch. „Jetzt greifen wir an.“ 94 Prozent der 151 anwesenden Mitglieder stimmten für sie als OB-Kandidatin. Das verstand sie als Aufforderung: „Nallinger, hau rein!“

Gegen den OB-Konkurrenten Dieter Reiter wetterte sie: „München braucht keinen OB, bei dem man sich fragt, was er die 50 Wochen zwischen zwei Oktoberfesten macht.“ Reiter ließ Nallinger voll auflaufen, schließlich verantwortet er seit Jahren als Stadtminister den Bereich Wirtschaft, darunter auch Tourismus und Wiesn. Auf Anfrage der tz winkt er ab: „Das ist mir zu banal …“

Am Donnerstag giftete Nallinger dann in einer Mitteilung zum Frauentag gegen Christian Ude, der als Spitzenkandidat für die Landtagswahl einen Frauenanteil von 50 Prozent fordere. „Weshalb existiert in der Stadt keine Frauenquote?“, fragte Nallinger hinterlistig, sitzt aber selbst seit fünf Jahren im Stadtrat und fungiert jetzt auch als Vize-Fraktionschefin der Grünen. „Wir müssen auch vor der eigenen Haustüre kehren!“ Bei Stadt-Gesellschaften wie MVG, GWG und Sparkasse seien allein Männer die Bosse. (Tatsächlich sitzt beim Geldinstitut mit Marlies Mirbeth seit über sechs Jahren eine Frau im Vorstand.

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

Ude ließ sie nicht lange auf eine Antwort warten: „An Dreistigkeit nicht zu überbieten“ sei Nallingers Einlassung! „Ohne die Grünen hätten wir längst 50 Prozent Frauen in der Stadtregierung.“ Bei jeder freien Spitzenposition hätten die Ökos immer nur Männer vorgeschickt – Bürgermeister, Stadtschulrat, Kommunalreferent. Der OB schäumt und kontert mit Fakten: „Obwohl die Grünen seit 23 Jahren die städtische Politik als Koalitionspartner mitgestalten, werfen sie (!) mir (!) Versäumnisse in der Frauenpolitik vor.“ In der Führung der Stadtverwaltung betrage der Frauenanteil 47,3 Prozent. „Zeigen Sie mir mal eine öffentliche Verwaltung mit besserem Ergebnis!“

Auf Anfrage der tz rudert Nallinger wie schon bei ihrem Wohnungsbaukonzept zurück. Sie hat den OB schon angerufen. Bei ihrer Wahl habe so viel Trubel geherrscht, da sei ihrem neuen Wahlkampf-Team eine Pressemitteilung durchgerutscht, die sie nicht freigegeben habe – die Mitteilung wurde wohlgemerkt 20 Stunden später versandt. Sie habe den OB nicht angreifen wollen.

David Costanzo

auch interessant

Meistgelesen

Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

Kommentare