Stadt gibt grünes Licht für Champions-League-Finale

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In der Allianz Arena findet am 19. Mai 2012 das Champions-League-Finale statt.

München - Das Hin und Her um das Champions-League Finale 2012 in München hat ein Ende: Der Stadtrat bewilligt eine Million für das Spektakel – und ein umfangreiches Rahmenprogramm für Fans.

Für Münchner Fußball-Fans wird 2012 ein spannendes Jahr: Sie können sich nicht nur auf eine Europameisterschaft im Sommer freuen, sondern auch auf ein Champions-League-Finale am 19. Mai – das zum ersten Mal in der Allianz Arena stattfinden wird. Der Stadtrat wollte gestern die Euphorie nicht bremsen – und billigte einstimmig, dass die Stadt die Veranstaltung mit rund einer Million Euro bezuschusst. Ein wenig Ärger lösten die Kosten dann aber doch bei den Stadträten aus.

Zum einen murrten Politiker verschiedener Fraktionen über die „Knebelverträge“, mit denen die Fußball-Dachorganisation Uefa Städte dazu zwingt, Fußball-Veranstaltungen mitzufinanzieren. Einigkeit herrschte aber darin, dass man dies wohl oder übel hinnehmen müsse. Schließlich dürfte sich das Champions-League-Finale für die Stadt wirtschaftlich rentieren: Studien zeigten etwa, dass das Finale des Jahres 2009 in Rom der italienischen Hauptstadt 83 000 touristische Besucher bescherte, die einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro generierten.

Darüber hinaus kritisierte FDP-Fraktionschef Michael Mattar, dass die Verwaltung den Stadtrat nicht rechtzeitig mit den anfallenden Kosten befasst habe. OB Christian Ude räumte hier offen Fehler ein. Der Vertrag mit der Uefa sei versehentlich nicht mit einem Stadtrats-Vorbehalt versehen worden. „Die Vertragsunterzeichnung hätte nicht vor einer Befassung des Stadtrats erfolgen dürfen.“ Glücklicherweise sei dadurch kein Schaden entstanden: Ohnehin hatte kein Stadtrat vor, gegen das Finale zu stimmen.

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Die gute Nachricht: Die städtischen Mittel werden nicht nur für ein Fußballspiel ausgegeben. München bekommt fürs Geld immerhin ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Veranstaltungen:

Logovorstellun g: Auf einer Pressekonferenz im Oktober 2011 wird das eigens für das Champions-League-Finale entworfene Logo vorgestellt. Das kostet die Stadt geschätzte 55 000 Euro.

Start Ticketverkauf: Auf einer weiteren Pressekonferenz im November 2011 wird der Ticketverkauf offiziell gestartet und erläutert, wie man an Karten kommt. Kosten für die Stadt: 32 000 Euro.

Pokal-Übergabe: Im Rahmen einer Zeremonie überreicht die Uefa der Stadt im April 2012 den Champions-League-Pokal. Die Stadt will ihn offenbar in der Stadtinformation im Rathaus ausstellen. Kostenpunkt: 90 000 Euro.

Champions Festival: Das Fanfest auf dem Coubertin-Platz im Olympiapark vom 16. bis zum 20. Mai 2012 lockt mit einem Fußballturnier für Jugendliche, Filmvorführungen, Fanshops und einem Champions-League-Museum. Fans können sich mit dem Pokal fotografieren lassen. Falls „sicherheitsrechtlich möglich“, soll das Finale auf einer Großleinwand gezeigt werden. Für Miete und Nebenkosten rechnet die Stadt mit Kosten von 123 000 Euro.

Finale der Frauen: Im Olympiastadion findet am Nachmittag des 17. Mai 2012 das Finale der „Women’s Champions League“ statt. Der Anstoß ist für die Zeit zwischen 16 und 18 Uhr geplant. Hierfür muss extra ein neuer Rasen verlegt werden. Die Uefa beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten von 440 000 Euro. Für die Stadt kommen 132 500 Euro für Miete und Nebenkosten hinzu.

„Celebration Party“: Am Vorabend des Männerfinales richtet die Stadt am 18. Mai 2012 einen Empfang für die offiziellen Delegationen und Ehrengäste aus. Geschätzte Kosten: 200 000 Euro.

19. Mai 2012: Das Champions-League-Finale wird um 20.45 Uhr angepfiffen

Johannes Patzig

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