Grünes Licht: Regierung genehmigt dritte Startbahn

München - Die Regierung von Oberbayern hat die vier Kilometer lange dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen in voller Länge genehmigt.

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Im 2387 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss wurde festgelegt, dass auf auf der neuen Bahn kein Nachtflug stattfinden darf. Die Rechtsmittelfristen laufen erst nach den Sommerferien.Sie habe ihren Bescheid mit zahlreichen Nebenbestimmungen verbunden, heißt es heute in einer Pressemitteilung der Regierung. So sei der Flugbetrieb auf der dritten Bahn – von Notfällen oder der Sperrung einer Bahn abgesehen –´nur in der Zeit von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr zulässig. Die bestehende Nachtflugregelung bleibt erhalten. In der besonders betroffenen Ortslage Attaching werde ein sogenanntes Entschädigungsgebiet festgesetzt. Grundstückseigentümer können dort statt Schallschutzmaßnahmen oder Entschädigungen auch verlangen, dass das Grundstück von der FMG zum Verkehrswert von 2007 übernommen wird. "Statt etwa 35 Anwesen können damit etwa 100 Anwesen vom Übernahmeanspruch Gebrauch machen", heißt es in der Mitzteilung der Regierung. Über passiven Schallschutz sei dagegen im Planfeststellungsbeschluss nicht zu entscheiden gewesen. Dies bleibe einem gesonderten Verfahren überlassen.

Der Beschluss umfasst 2837 Seiten in 3 Textordnern sowie 17 Planordner und ist abrufbar unter www.regierung.oberbayern.bayern.de/aufgaben/wirtschaft/luftamt/planfeststellung/.

Das Aktionsbündnis Aufgemuckt äußerte sich wenig überrascht über die Entscheidung der Regierung: "Wie erwartet, ist der Planfeststellungsbeschluss positiv." Die Regierung von Oberbayern habe die Entscheidung getroffen, die von der Bayerischen Staatsregierung als Anteilseigner der FMG mit 51% erwartet wurde. "Viele unserer berechtigten Gegenargumente, wie ständiger Rückgang der Flugbewegungen, inzwischen auf den Stand von 2006/2007, wurden und werden nicht berücksichtigt", ärgert sich Aufgemuckt. Tatsachen und Bürgermeinung zählten nur an Wahltagen. "Solange verantwortliche Politiker nur die Hochglanzbroschüren der FMG nachplappern, solange maßgebliche Politiker einschlafen, während betroffene Bürgerinnen und Bürger im Bayerischen Landtag ihre Argumente vorbringen, solange erkennen wir in den Gesprächsangeboten der regierenden Parteien reine Taktik! Wir lassen uns davon nicht einlullen." Die Startbahngegner prophezeihen "einen heißen Herbst" mit Demonstrationen. Den Auftakt dazu macht das Aktionsbündnis gemeinsam mit dem Bund Naturschutz bereits am kommenden Freitag, 29. Juli, ab 10.30 Uhr mit einer Protestveranstaltung vor der CSU-Landeszentrale in München (Nymphenburger Str. 64).

pir

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