Erinnerung an Attentat von 1972

Grünes Mahnmal für einen schwarzen Tag

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Der Pavillon mit Blick auf das Haus in der Conollystraße soll ein Ort zum Nachdenken werden.

München - Ab 2016 kann man in einem Pavillon im Oly-Park, eingebettet in die Landschaft, mit Blick auf das Olympische Dorf, eines der schwärzesten Tage der Münchner Nachkriegsgeschichte gedenken.

Am Montag ist der Architektenentwurf vorgestellt worden, wie das neue Mahnmal für das Olympia-Attentat von 1972 aussehen soll. Es war der Tag, der die heiteren Spiele in den Abgrund stürzte: Am 5. September 1972 stürmten acht palästinensische Terroristen die Unterkunft der Israelis in der Conollystraße 31 und nahmen elf Geiseln. Zwei Israelis starben noch im Olympischen Dorf, neun wurden bei der missglückten Befreiung am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck getötet, bei der auch ein Polizist und fünf Geiselnehmer ums Leben kamen.

Bislang erinnerte eine Gedenktafel am Ort des Überfalls an das Massaker von 1972, an der Hanns-Braun-Brücke über dem Georg-Brauchle-Ring wurde 1995 ein steinerner Block mit den Namen der Opfer aufgestellt. Angehörige wünschten sich allerdings eine persönlichere Gedenkstätte. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) versprach bei einem Staatsbesuch in Israel 2012, eine neues Mahnmal zu errichten.

Der Pavillon, für den das Würzburger Architekturbüro Brückner & Brückner den Siegerentwurf stellt, steht da, wo sich 1972 während der Geiselnahme Presse-Fotografen und Schaulustige versammelt hatten. In ihm sollen die Biografien der Opfer aufgezeigt werden. Für die Baukosten von 1,7 Millionen Euro steuert der Bund 350.000 Euro bei, die Stadt 425 000 Euro. Die US-Sportstiftung sowie das IOC zahlen je 250.000 Euro, der Deutsche Olympische Sportbund 20 000 Euro, der Freistaat 405.000 Euro.

J. Welte

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