Grüß Gott, ich bin Christian Ude!

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Das Münchner Original: OB Christian Ude (links) und noch ein Christian Ude: Er kommt aus Graz.

München - In der Rathaus-Opposition könnte diese Nachricht eine wahre Schockwelle auslösen: Es gibt eine zweiten Christian Ude! Er ist Jurist und Journalist – wie der Münchner Oberbürgermeister.

 Doch zur Beruhigung von FDP und CSU sei gleich gesagt: der Österreicher hat (noch) keine Ambitionen, Münchens Stadtoberhaupt zu beerben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden … Die Sache mit der Namensgleichheit beschäftigt Christian Ude aus Graz schon seit Jahren: „Wenn der Münchner Ude ein neues Buch herausgibt, kann ich darauf wetten, dass ich beim nächsten Geburtstag eine Ausgabe bekomme, auf dem sein Bild mit meinem überklebt wurde“, sagt der examinierte Jurist und Kulturredakteur der Kleinen Zeitung in Graz.

Auch der Rathauschef (62) hat als Redakteur gearbeitet – bei der Süddeutschen Zeitung. „Einmal bekam ich auf einer Musikmesse in Cannes einen Presseausweis mit seinem Foto ausgehändigt“, erinnert sich der Grazer (43) schmunzelnd. Daneben haben beide Udes keine eigenen Kinder. Verwandt sind sie nicht: „Meine Vorfahren stammen aus Südtirol“, so Kulturredakteur Ude. Der Vater des Rathauschefs, Karl Ude, stammt aus Düsseldorf.

Was den Steirer sehr beruhigt: „Ich habe von mehreren Seiten gehört, dass Herr Ude aus München ein sympathischer Mann sein soll.“ Das bezieht sich auf die Person, aber die politischen Gesinnung? „Ich habe noch nie sozialdemokratisch gewählt, allerdings auch nie ganz rechts oder ganz links.“ Das wäre die Chance der Rathaus-Opposition, den doppelten Ude für sich einzusetzen. Allerdings müsste der Österreicher adoptiert werden, damit er die benötigte deutsche Staatsbürgerschaft erhält.

Josef Schmid, Chef der CSU-Rathausfraktion, winkt ab: „Was mache ich dann? Vielleicht sollten der Herr Mattar von der FDP oder Bürgermeister Monatzeder von den Grünen den zweiten Ude adoptieren.“ Der Österreicher hat nach eigenen Angaben noch keine Ambitionen, in die Politik zu wechseln. Vielleicht gelingt es Münchens OB, den Namensvetter für einen Einsatz bei der SPD zu überzeugen. Die sucht ja immer noch nach einen Thronfolger.

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Immerhin: Der bayerische Ude hat den österreichischen Ude ins Rathaus eingeladen. Dazu der Gast in spe: „Wenn ich mal in München bin, werde ich mich von Eurem Oberbürgermeister auf eine frische Mass Bier einladen lassen“

 Johannes Welte

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