Grüß Gottle! Woher die Zuagroasten kommen

München - Bald knackt München die Schallmauer von 1,4 Millionen Einwohnern, den Zuagroasten sei dank. Wir erklären, woher sie kommen und wen es vornehmlich nach München zieht.

Timo Nicolas ist einer von ihnen: Vor zwei Jahren zog er von Stuttgart nach München, um Politik und Soziologie zu studieren. Er wollte raus aus seiner Heimat in eine größere Stadt. Die Uni in Berlin nahm ihn wegen der Abitur-Note nicht. „Hamburg hat keine gute Uni für Politik, Köln mag ich nicht“, sagt der Student. München musste es sein.

Große Grafik: Woher die Zuagroasten kommen

Timo Nicolas ist nicht nur ein Zugezogener, sondern der Prototyp der Einwanderer, die unsere Stadt immer größer machen: Diesen August dürfte München die 1,4 Millionen-Schallmauer an Einwohnern geknackt haben! Und das liegt weniger am Baby-Boom, der München in den vergangenen Jahren immer neue Geburtenrekorde bescherte. Sondern vor allem daran, dass viel mehr Menschen an die Isar ziehen, als sie verlassen. Und die sind statistisch gesehen männlich, ledig, jung – nämlich in der Altersgruppe 20 bis 44 – und aus wie Timo Nicolas aus Baden- Württemberg. Ja, grüß Gottle in München!

Denn Mega-München rührt nicht so sehr von den Geburtenrekorden,soschön die auch sein mögen: Zuletzt erblickten pro Jahr rund 14 000 Kindl das Licht der Welt, aber auch bis zu 11 000 Münchner schlossen für immer die Augen – ein Gewinn von rund 3000 Bürgern. Insgesamt wuchs die Zahl der Münchner aber pro Jahr um durchschnittlich 22 000 Menschen. Das liegt vor allem am Plus unter der Wanderungsbilanz: Nur etwas über 80 000 Menschen ziehen pro Jahr weg, aber bis zu 100 000 ziehen zu.

Menschen wie Timo Nicolas. „Mein Lieblingsplatz liegt an der Isar etwas hinter dem Flaucher, dort ist es wie im Urlaub“, schwärmt der Neu-Obergiesinger. Auch einige seiner Freunde sind aus Stuttgart hergezogen – der Uni wegen. Und hier sammeln sich die Schwaben, wenn ihr VfB in der Bundesliga aufmarschiert. Dann jubeln sie in der Kneipe Sax im Glockenbachviertel. Von einem Job bei BMW, Siemens & Co. träumen sie aber nicht – die Konzerne gehören neben den Unis zu den Menschen-Magneten.

Mit dem Ausland steht die Stadt in einem regen Austausch: Mehr als 20 000 Neu-Münchner weist die Wanderungsbilanz im vergangenen Jahr aus, die meisten stammen aus Europa, vor allem aus den neuen EU-Staaten im Osten – Rumänien, Polen, Ungarn.

Aus Bayern zieht die Stadt insgesamt keinen Gewinn. Die Zahl derer, die ins Umland ziehen, ist größer als die der Zuzügler aus dem Freistaat. Fast 9000 Münchner verlegten ihren Sitz in den Landkreis. Irgendwann lockt eben das Häuschen im Grünen.

David Costanzo

Rubriklistenbild: © Bodmer

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