Am Grab seiner Frau

Günter S. starb an gebrochenem Herzen

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Den unerwarteten Tod seiner Frau hat Günter S. nie verkraftet.

München - Der Tod von Günter S. macht Freunde und Nachbarn fassungslos. Der 49-jährige starb am Grab seiner Frau, wahrscheinlich an gebrochenem Herzen.

Er wollte den Schmerz verdrängen, ließ sich nicht einmal den drei Kindern gegenüber etwas anmerken. Doch sechs Monate nach ihrem Tod sackte Günter S. (49) am Grab seiner Frau zusammen und starb. An gebrochenem Herzen.

Der mysteriöse Tod vom Nordfriedhof gibt den Nachbarn in der kleinen Gemeinde Schwindegg (Kreis Mühldorf) Rätsel auf. „Er war so ein toller Vater. Und jetzt nach der Geburt des Enkelkindes schien er den schweren Schicksalsschlag gut weggesteckt zu haben“, sagt eine Nachbarin.

Busfahrer Günter S. war vor mehr als zehn Jahren mit seiner Brigitte († 48) und den Kindern (24, 22, 20) von München rausgezogen aufs Land, baute sich ein schmuckes Häuschen. Gemeinsam gingen sie auf Wander-Touren, machten Ausflüge mit dem Motorrad. „Im Winter waren sie oft zum Skifahren unterwegs und nahmen sich immer wieder Auszeiten. Schließlich war Günter beruflich sehr oft unterwegs“, sagt eine Freundin.

Über Brigittes plötzlichen Tod kam Günter nie hinweg. Es war ein kühler Dezemberger-Morgen, sie war auf dem Weg in die Arbeit zum OBI-Baumarkt. Brigitte erlitt einen schweren Hirnschlag, wurde noch wiederbelebt und kam ins Mühldorfer Krankenhaus. Doch die Ärzte konnten ihr nicht mehr helfen.

Seither kam Günter regelmäßig zum Münchner Nordfriedhof und besuchte das Grab seiner geliebten Frau. Mit jedem Mal wuchs in ihm die Gewissheit, dass er ohne sie nicht mehr leben kann. Am Samstag nun gab er auf – und legte sich friedlich ins Gras. Ein Passant entdeckte den Schwindegger gegen 13 Uhr und alarmierte die Rettungskräfte. Allerdings war Günter da schon längst bei seiner Brigitte…

Weil die Todesursache zunächst unklar blieb, ordnete die Kripo eine Obduktion an. Erste Untersuchungen bestätigten, dass definitiv niemand nachgeholfen hatte. Auch ein Selbstmord gilt derzeit als relativ unwahrscheinlich. Allerdings bedarf es noch einiger toxikologischer Gutachten, um allerletzte Sicherheit zu haben.

Die Freundin: „Der Günter hat das einfach nicht mehr ausgehalten. Da hat sein Herz aufgehört zu schlagen.“

arb

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