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TV-Legende feiert Geburtstag: Münchner Schauspiel-Kollegin schreibt persönlichen Brief – „Lieber Tscharlie ...“

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„Münchner Geschichten“-Kollegen Michaela May und Günther Maria Halmer.
„Münchner Geschichten“-Kollegen Michaela May und Günther Maria Halmer. © Foto May: Britta Pedersen/dpa-zentralbild/dpa; Foto Halmer: picture alliance / Ursula Düren/dpa

Zum 80. Geburtstag des Schauspielers Günther Maria Halmer aus Rosenheim schrieb ihm seine „Münchner Geschichten“-Kollegin Michaela May einen persönlichen Brief.

München - Er selber wollte zu seinem runden Geburtstag keine Interviews geben. Warum auch? Wer etwas über Günther Maria Halmer wissen will, muss nur seine wunderbare Biografie („Fliegen kann jeder: Ansichten eines Widerborstigen“) lesen. An diesem Donnerstag wird der Ausnahme-Schauspieler, der am 5. Januar 1943 in Rosenheim geboren wurde, 80 Jahre alt. Eine, die ihn seit 50 Jahren kennt, die mit ihm vor der Kamera gelacht und auf der Bühne gestritten hat, ist Michaela May (70). Berühmt geworden als Paar in Helmut Dietls grandiosen „Münchner Geschichten“ (Halmer als Tscharlie, May als Susi), spielten sie Seite an Seite etwa in „Wie hätten Sie’s denn gerne“, „Eine Sennerin zum Verlieben“, „Familienfest“ oder „Toutou“. Mit einem persönlichen Brief erinnert sich May hier an die Momente ihrer langjährigen Freundschaft. (mz)

Kollegin Michaela May zum 80. von Günther Maria Halmer: „Lieber Tscharlie, . . .

. . . ich kann es nicht glauben – schon wieder ein Jahrzehnt vorbei? Es ist wie ein Film im Zeitraffer, gerade standen wir noch zusammen auf der Bühne der Komödie und suchten verzweifelt unseren Hund im Stück „Toutou“. Das ist jetzt zehn Jahre her, und ich habe es geliebt – auch im Bus mit Dir durch die deutschen Lande zu fahren. Stets auf der Suche nach einem besonderen Restaurant, denn ein Gourmet warst Du immer, auch ein hervorragender Koch und ein Gentleman, der sich immer sehr um mein Wohl bemüht hat.

Das Wichtigste war Dir aber immer, dass das Theaterstück weiterwächst, die Pointen treffsicher kommen und vor allem: noch mehr aus der komedialen Szene herauszuholen. Und das kannst Du, Dein instinktives Gespür und Dein feiner Humor haben Dich immer geleitet.

Das war schon so bei „Münchner Geschichten“, und das hat Helmut Dietl sofort erkannt und Dir den Tscharlie auf den Leib geschrieben – oder besser: Du hast ihn inspiriert, denn Du warst Tscharlie! Das liegt jetzt schon fast 50 Jahre hinter uns, und wir sind zusammen gereift – wie man so schön sagt! Du erst international, zum Beispiel mit „Gandhi“ oder „Sophies Entscheidung“, dann mit unzähligen Rollen in Komödien und Dramen: Als Anwalt Abel fand ich Dich wunderbar, oder wir beide vor einem Stier fliehend in „Eine Sennerin zum Verlieben“, als Alzheimerkranker im „Tatort“ oder in unserem preisgekrönten Fernsehspiel „Familienfest“, in dem Du gezeigt hast, welch feine Nuancen und Facetten in Dir stecken.

Du bist eben nicht nur der bayerische Fels oder das Urgestein mit manchmal rauer Schale, sondern im Inneren hast Du immer ein ganz großes Herz. Auch für Deine Freunde. Und ich bin froh, dass über all die Jahrzehnte unsere Freundschaft nie abgerissen ist. Das ist wirklich selten in unserem umtriebigen Beruf, aber unheimlich wertvoll, wenn man ein Nest mit Freunden hat.

Das alles aber hat vor allem Deine Frau Claudia immer hochgehalten, sie ist die Sonne hinter Dir und hat Dir bis heute all die Kraft und Muße gegeben mit der Du dann so erfolgreich strahlen konntest und kannst!

Lieber Günther, bleib weiter so fit – ich bewundere ja Deine tägliche Ausdauer im Training –, bleib so liebenswert, so hart und zart zugleich, behalte Deinen Charme und Schmelz und Deine Schlitzohrigkeit! Und lass uns weiter spielen und vor allem Freunde bleiben – Deine „Susi“, Michaela

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