Spektakuläre Aktion von "Guerilla Lighting"

München leuchtet wieder - dieses Mal an der Isar

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München - "München leuchtet", schrieb einst Lion Feuchtwanger in seinem Roman "Erfolg". Diese Aussage wurde zum geflügelten Wort und steht mittlerweile für die Schönheit und Strahlungskraft unserer geliebten Landeshauptstadt. An diesem Samstag nun leuchtete München noch ein bisschen mehr - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

 Denn die Münchner Licht-Aktivisten "Guerilla Lighting" starteten eine neue Aktion. Mit beeindruckenden und farbenfrohen Lichtinstallationen wurden an der Isar diverse Brücken, Gebäude oder anderes Gemäuer angestrahlt. Das Ziel der "Feuer und Wasser" genannten Aktion: Mehr Aufmerksamkeit für den innerstädtischen Isarraum schaffen. Rund 30 Lichtkünstler versammelten sich entlang der Isar und sorgten mit farbigen Handscheinwerfern für spektakuläre Bilder. Partnervon "Guerilla Lighting" ist dieses Mal der Verein Isarlust e.V. mit seinem Kulturstrand. Dort sind Fotos der Aktionen (Fortsetzung folgt am 25. Juli) ab 4. August in einer Ausstellung zu sehen. Die Stationen vom Samstagabend im Einzelnen (klicken Sie sich oben durch die Fotostrecke):

Isarkaskaden: Die Isar war an dieser Stelle ab 1854 (Allgemeine Industrieaustellung) ein beliebter Ort zum Flanieren. Oberhalb der Maximiliansbrücke befanden sich sogar künstliche Fontänen in der Isar. Doch das ist lange vorbei. Zumindest auf der Praterinsel kehrt heute ab und zu wieder Leben ein. Doch ihr nördlicher Teil, die Schwindinsel, liegt meist im Dunklen. Ein wunderschöner kleiner Park, der nicht mehr wahrgenommen wird. Die Isarkaskaden sind an dieser Stelle in tiefen Schlaf gefallen. Ein Ort, der es wert ist, geweckt zu werden.

Bürgermeister-Erhardt-Brunnen/Denkmal: In der Mitte der Maximiliansbrücke (auf der Schwindinsel) befindet sich das Denkmal für den ersten demokratisch gewählten Bürgermeister der Stadt München. Alois von Erhardt regierte die Stadt von 1870 bis zu seinem Tod im Jahr 1888. Dieser Ort war zum Zeitpunkt der Erstellung des Denkmals Ende des 19. Jahrhunderts ein ausgesprochen beliebtes Münchner Kleinod. Hier lässt sich deutlich die Wertigkeitsänderung des innerstädtischen Isarraumes erkennen. Mit der Beleuchtung will Guerrilla Lighting an Bürgermeister Erhardt erinnern, und auf die Umgebung der Maximiliansbrücke aufmerksam machen. Es wäre schön, wenn dort wieder mehr Leben einkehrt.

Pratersteg: Der gemauerte Steg am rechten Isarufer beginnt unterhalb des Muffatgeländes und führt bis zur Maximiliansbrücke. Die letzten Meter des Auer Mühlbaches werden durch den Steg von der Isar getrennt. So weit die Fakten. Der Steg schwingt sich förmlich am Isarufer entlang und lässt einen Ort entstehen, der wahrlich entschleunigt. Ein poetischer Ort zum Träumen und zum Entspannen. Mit der ersten Textzeile eines Liebesgedichtes machten 30 Licht-Guerrilleros ein kleines Stück Poesie sichtbar.

Kongresssaal: Der Kongresssaal des Deutschen Museums war einst ein beliebter und viel genutzter Saal für Kongresse, Ausstellungen und Konzerte. 1969 gab Jimi Hendrix dort eines seiner ersten Deutschlandkonzerte. Seit der Beendigung des Kinobetriebs vor mehr als sieben Jahren wird dieser fantastische und eindrucksvolle Raum praktisch nicht mehr genutzt. Es bleibt ein Rätsel, wie der Kongresssaal so in Vergessenheit geraten konnte. Die Anstrahlung soll auf diese regelrechte Verschwendung aufmerksam machen.

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