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Video: Mollath spricht auf dem Marienplatz

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München - Jahrelang saß er in der Psychiatrie. Am Samstag hat Gustl Mollath bei einer Kundgebung in München Justiz-Willkür beklagt. Er bedankte sich bei allen, die ihm geglaubt hatten.

„Ich wusste immer, dass es viele Menschen gibt, die ein Herz haben - es war nur wichtig, sie überhaupt zu erreichen. Und das ist gelungen“, sagte Gustl Mollath am Samstag in München. Mehrere Hundert Menschen applaudierten dem 56-Jährigen lautstark.

Der Jurist und ehemalige Steuerfahnder Wilhelm Schlötterer forderte, die verantwortlichen Richter im Fall Mollath müssten bestraft werden. „Der Fall Mollath war kein Justiz-Irrtum, sondern Vorsatz.“ Mollath sei „weggesperrt worden, um ihn mundtot zu machen, weil er Schwarzgeldverschiebungen öffentlich gemacht hat“. Über Justizministerin Beate Merk (CSU) sagte Schlötterer: „Es ist unfassbar, dass sie noch im Amt ist.“

Der 56-jährige Mollath saß seit 2006 in der Psychiatrie, weil er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben soll. Er selbst sah sich stets als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte bei der HypoVereinsbank aufgedeckt hatte.

Der Fall Gustl Mollath - Eine Chronologie

Anfang August ordnete das Oberlandesgericht Nürnberg die Wiederaufnahme des Verfahrens sowie Mollaths umgehende Freilassung an. An diesem Donnerstag gab das Bundesverfassungsgericht einer Beschwerde des Nürnbergers statt: Seine Unterbringung in der Psychiatrie war demnach seit 2011 verfassungswidrig.

dpa

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