Große Kundgebung am Samstagnachmittag

Gustl Mollath spricht auf dem Marienplatz

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Gustl Mollath spricht am samstag vor dem Rathaus.

München - Gut einen Monat ist Gustl Mollath nun in Freiheit. Seitdem ist er immer wieder öffentlich aufgetreten und hat die bayerische Justiz kritisiert. Samstagnachmittag spricht der berühmteste Gefangene Bayerns auf dem Münchner Marienplatz.

Der Verein Hilfe für Gustl Mollath mit seinem Vorsitzenden Josef Amann (SPD) hat ab 15.30 Uhr zur Kundgebung vor dem Rathaus aufgerufen.

Unter dem Titel „Konsequenzen aus dem Fall Mollath“ sprechen neben dem Betroffenen selbst auch die Landtagsabgeordneten Martin Runge (Grüne) und Florian Streibl (Freie Wähler) sowie der Ex-Ministerialbeamte Wilhelm Schlötterer. Er hat sich in seinem Buch Wahn und Willkür mit dem Fall Mollath auseinandergesetzt. Zumindest offiziell soll aber nicht der Landtagswahlkampf im Vordergrund stehen, sondern die Missstände in der Psychiatrie. Außerdem tritt Biermösl-Blosn-Legende Hans Well mit seiner neuen Band Wellbappn bei der Demo auf.

Nach sieben Jahren Psychiatrie entwickelten sich die Dinge für Mollath zuletzt gut. Erst am Donnerstag hat das Bundesverfassungsgericht einer Beschwerde des 56-Jährigen stattgegeben: Seine Unterbringung in der Psychiatrie verstieß seit 2011 gegen das Grundgesetz. Die Beschlüsse des Landgerichts Bayreuth und des Oberlandesgerichts Bamberg hätten sein Grundrecht auf Freiheit sowie die Verhältnismäßigkeit missachtet, urteilten die Karlsruher Richter. Eine in Justizkreisen ungewöhnlich harsche Kritik! Die bayerischen Kollegen hätten die Unterbringung nicht gut genug begründet.

Ausgestanden ist der Kampf mit der Justiz noch lange nicht. Im Moment bereitet Mollath sich auf das Wiederaufnahmeverfahren vor, das vom Oberlandesgericht Nürnberg angeordnet wurde. „Es ist noch nicht einmal die Hälfte vorbei. Es ist jetzt höchstens eine Freiheit dritter Klasse“, sagte er nach dem Urteil. Er saß seit 2006 in der Psychiatrie, weil er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben soll. Mollath selbst sah sich stets als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte bei der HypoVereinsbank aufgedeckt hatte.

tz

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