Großer Auftritt am Marienplatz

Mollath fesselt Zuhörer mit Details aus Psychatrie

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Als Gustl Mollath auf dem Marienplatz das Wort ergriff, wurde es still

München - Gustl Mollath konnte am Samstag auf dem Marienplatz einen späten Triumph feiern. Mit Details über das Grauen in der Psychatrie brachte er mehrere hundert Zuhörer zum Schweigen.

Es ist der späte Triumph eines Kämpfers für die Wahrheit – und das im Herzen Bayerns, auf dem Marienplatz. Hier hielt Gustl Mollath vor tausend Zuhörern am Samstag eine Rede über seine sieben Jahre in der Psychiatrie – und fesselte die Münchner.

„Es ist schön, dass es Menschen gibt, die so Anteil nehmen an meinem Schicksal.“ Der 56-Jährige berichtet mit leiser Stimme von seinen Qualen in der Anstalt – und auf dem Marienplatz wird’s plötzlich ganz still: „Menschen werden im Namen des Volkes dort eingewiesen und mit vermeintlich heilsamen Medikamenten vollgepumpt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn ihr euren Körper nicht mehr kontrollieren könnt, wenn ihr den Harn nicht mehr halten könnt, wenn euch der Sabber aus dem Mund läuft. Aber tief drin, irgendwo, ist immer ein Mensch gefangen.“

Doch Mollath überstand die dunkle Zeit – weil Menschen von außen ihm immer wieder ein Lichtlein anzündeten. „Es gibt Menschen, die nicht interessenlos vor sich hin gehen. Man muss sie nur erreichen.“ Er erinnert sich an ein „Care-Paket“ eines achtjährigen Mädchens namens Lilly. Darin seien Süßigkeiten, Kaugummis und ein Brief gewesen. Das Mädchen sagte ihm darin, dass sie ihm glaube. Mollath machte das Mut – und er will, sagte er unter dem lautstarken Beifall Hunderter Zuhörer, weiterkämpfen.

Gustl Molath spricht am Münchner Marienplatz

Im Vorprogramm traten Hans Well und seine Wellbappn auf und sangen: „Oh Heilige Justizia, tu weiterhin dein Werk, und entlass nachm Gustl Mollath ois nächsts de Beate Merk!“, so der Münchner Merkur.

Der ehemalige Steuerfahnder und Mollath-Unterstützer Wilhelm Schlötterer forderte, die verantwortlichen Richter zu bestrafen. „Der Fall Mollath war kein Justiz-Irrtum, sondern Vorsatz. Gustl Mollath wurde weggesperrt, um ihn mundtot zu machen, weil er Schwarzgeldverschiebungen öffentlich gemacht hat“, so Schlötterer. Und über Justizministerin Beate Merk (CSU): „Es ist unfassbar, dass sie noch im Amt ist.“

tz

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