Gute Nachricht für Münchner Film-Fans

Betrieb im Kino Solln geht weiter

Von Andrea Stinglwagner

Dem Kino Solln drohte die Schließung

Es klingt nach einem Happy End wie in Hollywood: Das Kino Solln scheint gerettet! Das letzte Kino im Münchner Süden hatte vor dem Aus gestanden, denn die Eigentümerin, eine Immobilienfirma, wollte dort Wohnungen statt des Kinos bauen. Doch das ist nun offenbar vom Tisch.

Die Sedlmayr Haus und Gewerbebau GmbH, der das Kino-Gebäude gehört, hatte einen Antrag zur Nutzungsänderung bei der Lokalbaukommission eingereicht – sieben Wohnungen und ein Ladenlokal sollten statt des Kinos entstehen. Doch nicht nur viele Kino-Fans liefen Sturm, Unterstützung kam auch aus der Politik. Und nun schaltete sich der Seniorchef der Immobilienfirma, der frühere Geschäftsführer Jobst Kayser-Eichberg, ein – und stärkt dem Kino den Rücken. Wir sprachen mit Cornelia Green, die den Betreiber des Kinos Solln vertritt, die Omaha Film GmbH.

Cornelia Green von der Omaha Film GmbH

Wie sagen Sie dazu, dass das Kino nun doch bestehen bleibt?

Cornelia Green: Wir hatten ja sowieso nie die Hoffnung aufgegeben. Die Immobilienfirma hatte zwar diesen Umnutzungsantrag gestellt, aber wir haben ja einen bestehenden Mietvertrag und sind nach wie vor in Verhandlungen gewesen. Dann haben uns Presseartikel geholfen, dass das Gespräch wieder in Fahrt kam und einen positiven Schub bekam. Und jetzt hat sich auch Herr Dr. Kayser-Eichberg bei uns gemeldet und bekräftigt: Es sei nicht sein Interesse, das Kino zuzumachen. Wir wollen eine Lösung finden. Wunderbar!

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Klingt gut – wie geht’s jetzt konkret weiter?

Green: Wir sind nach wie vor im Gespräch, müssen uns nun halt noch einig werden. Aber von allen Seiten wird versucht, eine wirtschaftlich gute Lösung zu finden, mit der alle leben können. Das wird in den nächsten Wochen schon so sein, denke ich. So kann es in unserem Kino normal weitergehen wie bisher.

Wie hatte das Publikum auf die drohende Schließung reagiert?

Green: Wir haben so tolles Feedback bekommen! Zum einen von den Leuten, die eh immer kommen, es haben sich aber auch unwahrscheinlich viele Leute gemeldet aus Solln und unserem Einzugsgebiet drum herum – bis nach Grünwald – die uns angerufen haben: Wie können wir euch unterstützen, damit ihr nicht schließen müsst? Das war wirklich toll. Nun hoffen wir alle auf einen guten Winter mit möglichst wenig Corona-Beschränkungen…

Die können sich ja leider schnell ändern…

Green: Leider ist es so. Wir haben jetzt 3G plus im Kino, sodass wir eigentlich ganz gut auslasten können. Die Reaktionen der Leute sind gut, weil doch die meisten geimpft sind. Die meisten befürworten unsere Regelung, damit man wieder mit gutem Gefühl ins Kino gehen kann.

Gab es Momente, wo Sie dachten, das schaffen wir nicht mehr - zuerst die Pandemie, dann die drohende Schließung…

Green: Es gibt immer Momente, in denen man verunsichert ist und verzagt. Aber wir Kino-Leute sind Anpacker! Im Kino ist man es gewohnt, dass es auch mal schlechte Zeiten gibt. Man braucht ja bloß an die Sommermonate denken, wenn die Leute lieber im Biergarten oder an der Isar sitzen, als ins Kino zu gehen. Oder die Sorge, als wegen der Digitalisierung große Investitionskosten vonnöten waren. Kino ist immer im Wandel – und bleibt doch bestehen! Die Leute, die in der Branche unterwegs sind, gerade in den kleineren Häusern, die gehen da mit Herzblut ran.

Was macht Ihnen Mut?

Green: Der Zuspruch vieler Menschen bestärkt einen sehr. Man hat das Gefühl, wir treffen den Nerv unseres Publikums, Kino ist eben doch eine wichtige kulturelle Einrichtung. Das Kino hat sehr stark durch die Pandemie gelitten und es gibt Entwicklungen, die einem Angst machen – wenn Verleiher beispielsweise ihre Inhalte in die Streamingdienste geben. Aber man sieht trotzdem: Die Leute wollen ins Kino gehen. Dieses Erlebnis, sich in einem Saal in Gesellschaft mit anderen einen Film anzuschauen, das ist was Besonderes. Das kann man nicht daheim vorm Fernseher erleben!

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