Guttenberg auf Staatskosten zu Bon Jovi: Warum darf er das? 

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Mit dem LKA-Hochsicherheits-Audi ließ sich Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Frau Stephanie durch das Marathon-Tor des Olympiastadions bis kurz vor die Bühne chauffieren.

München - Karl-Theodor zu Guttenberg fuhr am Pfingstsonntag in einer Staatskarosse zum Bon-Jovi-Konzert. Jetzt erklärt das Innenministerium, warum er das durfte.

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Guttenberg: Zu Bon Jovi in der Staatskarosse

Karl-Theodor zu Guttenberg (39) ist Ex-Doktor und Ex-Verteidigungsminister und Ex-Bundestagsabgeordneter. Mit anderen Worten: Er ist ein ganz normaler Bürger. Zum Bon-Jovi-Konzert am Sonntag fuhr er mit seiner Stephanie (34) dennoch in der gepanzerten Staatslimousine des Landeskriminalamts (LKA) vor. „Er hatte bis vor drei Monaten ein Amt mit besonderem Gefährdungspotenzial. Deshalb befindet er sich in der Nachschutz-Phase“, heißt es aus dem Innenministerium. Ohne Amt auf Staatskosten mit Chauffeur zum Konzert: Die tz zeichnet das süße Leben des Privatmanns zu Guttenberg – in Liedern von Bon Jovi:

It’s my life: So ganz gehört ihm sein Leben noch nicht wieder allein. „Die Nachschutz-Phase dauert an“, so der Mininsterumssprecher. „Egal, was er unternimmt!“

Doch weil zu Guttenberg nicht mehr mal einfacher Abgeordneter ist, fühlt sich nicht einmal mehr das Bundeskriminalamt zuständig. Das ist jetzt Sache des LKA und des bayerischen Innenministeriums. Herr Herrmann, übernehmen Sie! Einmal Blaulicht-Taxi Kulmbach-München, bitte!

Wanted dead or alive: Das LKA verrät nicht, wie lange die Nachschutz-Phase noch dauert. Das könnte ja seinen Feinden verraten, wann sie den Baron abpassen können. Bislang sind keinerlei Drohungen bekannt. Vielmehr geht die Angst um, dass er doch wieder auf die Polit-­Bühne zurückkehrt. Söder ist in höchster Alarmbereitschaft.

Bon Jovi im Olympiastadion

Bon Jovi im Olympiastadion

Lay your hands on me: Guttenberg ist bei diesem Lied voll in Fahrt und singt laut mit. Gemeint ist aber nicht seine Baronesse, sondern die zahlreichen Personenschützer in Zivil um ihn herum.

Who says you can’t go home? Angeblich waren auch Markus Söder und Horst Seehofer beim Konzert. Who says you can’t go home – wer sagt, dass du nicht heimgehen kannst? Laut tz-Infos ließen sie dieses Lied bei der Kabinettssitzung vorspielen, bei dem Guttenberg seinen Rücktritt erklärte. Am Mischpult: DJane Angie M. Runaway: 23.05 Uhr. Jetzt hat es KT eilig. Das 3-Stunden-Mammutkonzert ist aus, die Füße tun weh. Er verlässt den Bereich ganz vorne. Ab zum Marathon-Tor, wo sein LKA-Audi direkt neben dem Bon-Jovi-Mercedes steht. Nichts wie raus.

Lost highway: Nanu, was ist den hier los? Weil die 68 998 anderen Bon-Jovi-Fans im Bauch des Olympiastadions gefangen sind, befahren Gutti und Steffi gleich hinter Jovi den autofreien Mittleren Ring. Freie Fahrt für den freien Mann!

No apologies: – keine Entschuldigungen. Wir Normalbürger und Jovi-Fans finden KT’s Nachminister-Privilegien gar nicht gutti. Doch wir sind so müde von dem Konzert und dem langen, stockenden Weg nach Hause. Deshalb sind wir mit einer normalen Matratze zufrieden. Es muss ja kein adeliges Bed of roses sein.

Stefan Dorner

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