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Münchner Hacker in Neuseeland festgenommen

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2002 stand Kim Schmitz in München vor Gericht.

München - Wegen Computerbetrug und Insiderhandel ist Kim Schmitz in München bereits verurteilt worden. Jetzt ist der bekannte Internet-Hacker in Neuseeland verhaftet worden.

Der deutsch-finnische Gründer der Internetseite Megaupload Kim Dotcom - ehemals als Kim Schmitz bekannt - und weitere Firmenverantwortliche wurden am Donnerstag in Neuseeland festgenommen.

Der Computer-Hacker Kim Schmitz ist in München kein Unbekannter: Einst hatte er in der Landeshauptstadt die Firma Data Protect Consulting GmbH gegründet. 1998 war er zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln verurteilt worden. 2002 folgte wegen Insiderhandel eine Freiheitsstrafe auf Bewährung von einem Jahr und acht Monaten sowie 100.000 Euro Geldstrafe.

Jetzt werfen die Behörden in Washington ihm und weiteren Firmenverantwortlichen von Megaupload Verstöße gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts vor. Einer Klage zufolge soll das Unternehmen einen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar (390 Millionen Euro) verursacht haben.

Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden neben dem Gründer und früheren Unternehmensleiter Kim Dotcom auch die beiden Deutschen Finn Batato und Mathias Ortmann sowie der Niederländer Bram van der Kolk festgenommen. Drei weitere Angeklagte seien noch auf freiem Fuß. Gegen Nutzer der Internetseite seien vorerst keine Ermittlungen geplant, hieß es weiter

Offenbar als Reaktion auf das Vorgehen der US-Justiz legten Hacker der Gruppe Anonymus am Donnerstagabend die Website des Ministeriums vorübergehend lahm. Auch die Organisation der amerikanischen Filmproduzenten und -verleiher meldete einen Hackerangriff auf ihre Internetseite.

Beliebt für Austausch von Filmen und Musik

Bei Megaupload.com können Nutzer Dateien, die beispielsweise zu groß für eine E-Mail sind, auf einen Server des Anbieters hochladen, wo sie von anderen Nutzern wieder heruntergeladen werden können. Verwendung findet der Dienst unter anderem beim Austausch von Filmen sowie von Musik.

Die Anschuldigungen, Megaupload fördere massenhafte Urheberrechtverstöße, seien “grotesk überzogen“, erklärte das Unternehmen in einer kurz vor der Schließung auf seinen Internetseiten veröffentlichten Mitteilung. Die große Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Eine endgültige Einstellung der Seite stehe daher nicht zur Debatte.

“Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch.“

Zugleich boten die Verantwortlichen der Website eine Zusammenarbeit an: Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. “Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch“, hieß es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens.

Megaupload ist nicht nur wegen seiner Größe einzigartig, sondern auch wegen der prominenten Unterstützung, die die Website genießt. Darunter sind auch Musiker und Produzenten wie Kim Kardashian, Alicia Keys und Kanye West. Chef ist der Musiker Swizz Beatz, der seit 2010 mit Keys verheiratet ist. Er wird in der Anklage nicht genannt. Megaupload war den Angaben zufolge zeitweise die 13.-meistgenutzte Website im Internet. Zuletzt lag sie immerhin noch in den Top 100.

dapd/lot

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