Hackerangriff auf Schwester Bernadette

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Hacker-Opfer: Schwester Bernadette Brommer.

München - Schwester Bernadette hat ihr Leben der Seelsorge Kranker und dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Aber jetzt ist die mutige Ordensfrau selbst Opfer eines gerissen Ganoven geworden:

Schwester Bernadette hat ihr Leben der Seelsorge Kranker und dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Vor allem Erbschleichern und Betrügern versucht sie, das Handwerk zu legen. Aber jetzt ist die mutige Ordensfrau selbst Opfer eines gerissen Ganoven geworden: Ein Computer-Hacker ist in ihr privates E-Mail-Konto eingedrungen und hat all’ ihre Kontaktdaten gelöscht.

Aber nicht nur das: Er versuchte den guten Namen von Schwester Bernadette zu nutzen, um sich von ihren Freunden und Bekannten Geld zu ergaunern! Und zwar mit Hilfe von raffinierten Mails. In denen berichtet Schwester Bernadette, dass sie beim Urlaub in Schottland Rucksack samt Geld und Papieren verloren habe und nun dringend Hilfe benötige. Das Geld könne man ihr über ein Western-Union-Büro in Aberdeen (Schottland) überweisen. „Ich hoffe inständig“, so Schwester Bernadette, „dass das niemand getan hat.“

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Die Mail war relativ einfach als Fälschung zu entlarven – auch weil der Täter im Absender Bernadette mit zwei „r“ schrieb. So dilettantisch gehen aber leider nicht alle Cyber-Betrüger vor. Jürgen Miller, Leiter des Sachgebietes 625 Wirtschaftskriminalität und Cyber-Crime beim Landeskriminalamt, kennt Fälle, in denen die Täter die geknackten Email-Kontos auswerteten, um die Betrugs-Mails mit persönlichen Details anzureichern. „Der genannte Urlaubsort beispielsweise hängt oft mit dem Alter des Opfers zusammenhangen, bei jüngeren Leuten kann es auch Südamerika sein …“

Für die Polizei gehört die Masche leider längst zum Alltag. 2011 gab’s mehr als 1.000 Anzeigen. „Und die Dunkelziffer“, so Miller, „ist riesig.“ Deshalb lasse sich auch kaum abschätzen, wie hoch der entstandene Schaden sei. Um sich vor Hacker-Attacken zu schützen, rät Miller: „Bitte keine einfachen Passwörter. Die sind schnell geknackt.“ Besser seien Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen – und ein gutes Virenschutzprogramm. Denn über Viren und Trojaner können Hacker Passwörter direkt ausspähen.

Wolfgang de Ponte

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