Ärger um Jugendkneipe

Kungelei-Vorwürfe an Haderner Lokalpolitiker

+
Um die Kneipe „Sofa so good“ gibt es Wirbel. 

Hadern, so heißt es, ist ein Dorf. Ob das auch bedeutet, dass aufgrund von Kungelei Teile des Haderner Bezirksausschusses (BA) nicht alle Beschwerden gleich ernst nehmen? Diese Frage ließ auf der jüngsten Sitzung die Gemüter kochen.

München - Der Vorwurf eines Bürgers: Er habe sich Ende Juli bei BA-Mitglied Franz Rudrich (CSU) über die Betreiber der Bar „Sofa so good“ an der Ossingerstraße 4 beschwert. Dieser habe zugesagt, den Fall im Gremium vorzutragen, dies aber nicht getan. Offenbar habe das BA-Mitglied die Sache einfach unter den Teppich kehren wollen, da Teile des BA Mitbetreiber der Bar seien. Daraufhin hatte der Anwohner seine neuerliche Beschwerde an die zuständigen Stellen der Stadt geschickt, von welchen sie postwendend mit der Bitte um Stellungnahme an den BA ging.

Die Reaktionen seitens der BA-Mitglieder waren entsprechend heftig. Aus den Reihen der Opposition verlangte Isabella Fiorentino (SPD) sofortige Aufklärung. „Beim Bürger entsteht der Eindruck, der BA ist mit ,Sofa so good‘ verquickt“, sagte sie in Richtung von Franz Rudrich.

Franz Rudrich (CSU), vom Bezirksausschussin Hadern.

Dieser konnte sich erst nach mehreren Anläufen Gehör verschaffen. Er sei von dem Betroffenen auf der Straße unvermittelt angesprochen worden und habe ihm nur zugesagt, dass er mit den Betreibern der Bar das Gespräch suchen werde. Das habe er versucht. Doch Anfang August sei einer der Ansprechpartner im Urlaub gewesen, den anderen habe er nicht gleich erreicht. Inzwischen sei der Anwohner so aufgebracht gewesen, dass er keinen sinnvollen Vermittlungsversuch mehr habe starten können. Nie habe er zugesagt, die Sache in den BA zu bringen. Dieser Vorwurf sei einfach falsch.

Die Betreiberin der Kneipe, die Haderner G’sellschaft e.V., konnte mit den Schilderungen des Beschwerdeführers ohnehin wenig anfangen. Jonas Vanamali, einer der Ehrenamtlichen, die das „Sofa so good“ führen, wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen. „Wir haben eine Konzession bis 5 Uhr morgens, machen aber spätestens um 1 Uhr zu. Wir haben nur viermal in der Woche geöffnet und nur zweimal bis 1 Uhr in der Nacht.“ Der Vorwurf, es sei Betrieb bis um 4 Uhr in der Nacht, könne daher nicht stimmen. Mit den meisten Anwohnern verstehe man sich gut. Viele seien sogar regelmäßig Gäste. Man habe jetzt sogar ein Schloss angeschafft, um den Außenbereich abzusperren. Dort hätten sich wiederholt Jugendliche mit Getränken aus der gegenüberliegenden Tankstelle niedergelassen, wenn das „Sofa“ schon geschlossen war.

Wolfgang Dausses von der zuständigen Polizeiinspektion 41 bestätigte, dass es kaum möglich sei, zwischen lärmenden Kneipenbesuchern und ebensolchen Tankstellengästen zu unterscheiden.

Schließlich einigten sich die Mitglieder des BA auf ein Antwortschreiben an die Stadt, in dem man darum bittet, Kneipe und Tankstelle „als eine Einheit“ zu betrachten. „Ich hoffe, wir können das vernünftig klären“, sagte BA-Vorsitzender Johann Stadler (CSU). Eine Hoffnung, die auch Jonas Vanamali hegt. „Wir machen das ehrenamtlich für die Jugendlichen im Stadtteil, die hier kaum Anlaufstellen haben.“ Und fügt dann noch hinzu: „Aber es reicht einfach einer, dass man in Verruf gerät.“

von Margot Deny

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare