In der Notaufnahme des Klinikums

Großhadern: Hier fielen die Schüsse

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Ein junger Amerikaner hat im Klinikum Großhadern randaliert, die Polizei stoppte ihn mit einem Schuss ins Bein.

Hadern - Schock im Klinikum Großhadern: Am Donnerstagabend hat ein Amerikaner (28) in der Notaufnahme des Krankenhauses randaliert. Die Polizei konnte ihn erst mit einem Schuss ins Bein stoppen.

  

Ein langer Klinikflur, Bluttropfen und Handschuhe auf dem Boden – das ist der Ort, an dem die Ärzte des Klinikums Großhadern und zwei Polizisten am Mittwochabend in der Notaufnahme von einem tobenden US-Soldaten (28) angegriffen wurden. Am Ende konnten nur noch zwei Schüsse aus einer Polizeiwaffe den Amerikaner stoppen (tz berichtete). Gestern gaben Polizeivizepräsident Robert Kopp, Ludwig Waldinger vom Landeskriminalamt und Philipp Kreßirer, Sprecher des Universitätskrankenhauses Großhadern, Details bekannt.

Mit dem Feuerlöscher ging der Mann auf die Beamten los.

Sergeant Christopher Y. ist in Nordbayern stationiert und war mit seinen Kameraden am Mittwoch auf der Wiesn. Gegen 16.20 Uhr gingen die GIs zum Busparkplatz in der Hansastraße. Dort stürzte Christopher Y. unglücklich auf den Kopf. Seitdem war der eigentlich umgängliche, durchtrainierte Mann nicht mehr der Alte. Als der Notarzt ihm helfen wollte, reagierte er hochaggressiv. Die Retter riefen die Polizei zu Hilfe, die den Soldaten mit vereinten Kräften und in Begleitung seines Vorgesetzten ins Klinikum Großhadern fuhren. Er bekam ein Beruhigungsmittel, wurde behandelt und auf die sogenannte Aufnahmestation zur Beobachtung gebracht. Zwei Stunden blieb er friedlich. Doch dann stand er auf.

Um 18.50 Uhr kam ein Notruf aus dem Klinikum. Christopher Y. war nicht mehr zu bändigen und ließ sich auch von seinem Vorgesetzten nicht mehr beruhigen. Fluchend rannte er durch die Gänge und verschiedene Zimmer. Unterwegs riss er drei große 15-Kilo-Feuerlöscher aus der Verankerung, bedrohte damit Ärzte, Pflegepersonal und Patienten. Einen betagten Patienten (89) streifte er im Gesicht und fügte ihm eine Platzwunde an der Lippe zu.

Ein junger Amerikaner hat im Klinikum Großhadern randaliert, die Polizei stoppte ihn mit einem Schuss ins Bein.

Als die Polizisten kamen, griff er sofort an. Zwei Beamte drängte er in die Ecke, hob drohend den 15-Kilo-Feuerlöscher und wollte ihn auf die Männer niederschmettern. Auf Deutsch und Englisch forderten ihn die Polizisten auf, den Feuerlöscher hinzulegen. Als er nur noch zwei Meter entfernt war, schoss und traf ein Polizist ihn zweimal in den rechten Unterschenkel. Selbst am Boden liegend wehrte sich der Sergeant noch nach Kräften. Er wurde sofort operiert. Lebensgefahr bestand zu keiner Zeit.

Die Polizei ermittelt u.a. wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung gegen ihn. Die Ermittlungen zum Schusswaffengebrauch übernimmt das LKA. Nach derzeitiger Einschätzung besteht kein Zweifel daran, dass der Beamte in Notwehr geschossen hat.

Dorita Plange, Jacob Mell

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