Eine Milliarde Euro für Campus

Großhadern: Der Bauplan fürs Jahrhundert-Projekt

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Der Freistaat pumpt eine Milliarde Euro in den Campus Großhadern. Die tz liefert den großen Überblick zu dem spektakulären Vorhaben.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Tür am Haupteingang des Uniklinikums Großhadern ist kaputt.

Die Diagnose von Dr. Ludwig Spaenle (53) klang geradezu euphorisch. „Wir haben eine Jahrhundert-Entscheidung für die Medizin in Bayern getroffen“, erklärte der CSU-Minister am Mittwoch bei der Vorstellung des „Masterplans“ für den Neubau der Uniklinik Großhadern. „Er wird dem Medizin- und Wissenschaftsstandort München einen Quantensprung ermöglichen.“ Die tz liefert den großen Überblick zu dem spektakulären Vorhaben.

Das Mammut-Projekt wird Möglichkeiten eröffnen, die viele Ärzte schon jetzt begeistern und vielen Patienten Mut machen. „Mit dem Neubau schaffen wir den Strukturwandel – weg von einzelnen Fachabteilungen hin zu modernen Behandlungszentren“, schwärmte der Ärztliche Direktor Karl-Walter Jauch. Die große Zukunftsvision: Medizin aus einem Guss – zum Wohle der Patienten (siehe unten).

Trockenbauer Eberhard Trost repariert eine marode Decke.

Die Weichen dafür hatte die Staatsregierung am Dienstag gestellt. So soll auf dem Campus Großhadern eine neue Uniklinik errichtet werden – abschnittsweise über 20 bis 25 Jahre. Jedes Jahr sollen 40 Millionen Euro in sogenannte Module (Bauabschnitte) investiert werden – unterm Strich eine Milliarde Euro. Der Coup: Im alten Bettenhaus, das viele Münchner wegen seiner schmalen Architektur „Toaster“ nennen, kann der Klinikbetrieb weitgehend ungestört weitergehen. Er wird abgerissen, nachdem alle neuen Gebäudeteile fertiggstellt sind.

Der erste Schritt ist bereits gemacht – und zwar mit der Einweihung des neuen Operationszentrums im vergangenen September. Um dieses 15 000 Quadratmeter große Modul A herum bzw. in der Nähe sollen nun fünf weitere Module errichtet werden – folgerichtig mit den Bezeichnungen B, C, D, E und F.

Welches Modul wann gebaut wird, muss noch ausgetüftelt werden – ebenso wie ein detaillierter Plan, welches medizinische Zentrum in welchem Modul untergebracht wird. Einzige Ausnahme: Der Neubau des Haunerschen Kinderspitals ist bereits besiegelt – er wird als Modul B geführt. Das Haunersche zieht aus der Innenstadt nach Großhadern. Es soll 2021 eröffnet werden. „Und unser Wunsch ist es, dass bereits 2025 das nächste Modul bezogen werden kann, so Professor Jauch.

Wenn der gesamte Neubau komplett fertig ist, solle die Uniklinik Großhadern 1500 Betten beherbergen, erläuterte Kaufmännischer Direktor Gerd Koslowski. Weitere 500 werden in der Innenstadt verbleiben, wo unter anderem eine sogenannte Portalklinik entstehen soll.

Andreas Beez

Das soll die neue Uniklinik bringen

Klinikchef Direktor Gerd Koslowski, Chefarzt Prof. Karl-Walter Jauch, Kultusminister Ludwig Spaenle, Staatssekretär Georg Eisenreich und LMU-Präsident Prof. Bernd Huber informieren.

Die Medizin der Zukunft – sie wird nicht mehr einzelne Krankheitsbilder in den Mittelpunkt stellen, sondern jeden einzelnen Patienten. Konkret soll dieser Strukturwandel mit der Schaffung spezieller Behandlungszentren gelingen. Darin arbeiten Spezialisten verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand. „Für den Patienten bedeutet das: kürzere Wege, weniger Transporte von einer Abteilung in die andere und viel Expertise unter einem Dach“, erläutert Großhaderns Ärztlicher Direktor Karl-Walter Jauch. Expertise bedeutet Fachwissen, in diesem Fall medizinsches Know-how.

In der neuen Uniklinik sollen insgesamt fünf solcher Super-Zentren untergebracht werden: ein Herz-Thorax-Gefäß-Zentrum, ein Kopfzentrum, ein Zentrum für Traumatologie, Unfallchirurgie und Orthopädie, ein Bauch-Becken-Zentrum sowie ein Onkologisches Zentrum (für Krebspatienten). Dazu kommen Fachbereiche, die alle Zentren benötigen – allen voran die Radiologie. Hier werden beispielsweise CT- und Kernspinuntersuchungen vorgenommen.

Zweiter großer Vorteil der Neubau-Strategie: In Hightech-Gebäuden sollen die Großhaderner Wissenschaftler Forschungs- und Lehrbedingungen auf Weltklasse-Niveau vorfinden.

bez

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