Mobilitätshilfe für Senioren 

Busverkehr im Waldfriedhof

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Schneller ans Grab: So könnte die Elektrobuslinie durch den Waldfriedhof aussehen. Hier handelt es sich um eine Montage. Noch gibt es den Bus nicht. Im Bild: das Grab von Michael Ende.

Münchens Friedhöfe sollen für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, attraktiver werden. Die Stadt will ihren Service in Sachen Barrierefreiheit weiter verbessern. Die neueste Idee: Eine Elektro-Kleinbuslinie für den Waldfriedhof.

München - Mit rund 170 Hektar ist der Waldfriedhof der größte Friedhof Münchens. Der Fußweg zum Grab ist für viele lang. Für Menschen, die nicht mobil sind, zu lang. Zusammen mit der Technischen Universität arbeitet das Gesundheitsreferat nun an einer Lösung. So ist etwa angedacht, einen sauberen, leisen Elektro-Kleinbus in regelmäßigen Abständen über den Friedhof zu schicken, um Besucher zumindest in die Nähe ihrer Grabstätte zu bringen. „Wie das genau funktioniert und wann das Pilotprojekt startet, ist noch unklar“, stellt Alois Maderspacher, Sprecher des Gesundheitsreferats, klar.

Angedacht sind außerdem weitere elektrobetriebene Fahrzeuge, welche Menschen, die nicht gut laufen können, gegen Pfand ausleihen und dann selbst fahren können. Laut Maderspacher müsse man aber zuvor prüfen, welche Wege man für Bus und Fahrzeuge überhaupt nutzen könnte und ob man die Wege dafür erst herrichten müsste.

Ganz sicher gibt es im Lauf des kommenden Jahres auf allen Friedhöfen die Transportwägen zum Ausleihen. Sie wurden 2016 auf dem Friedhof in Pasing erstmals getestet. Mittlerweile gibt es die Karren, die man ähnlich wie Einkaufswägen gegen Pfand ausleihen kann, auf elf Friedhöfen. Damit lassen sich etwa Grabpflanzen und Erde besser vom Auto zum Grab transportieren. Nach und nach sollen sie an allen Haupteingängen der Friedhöfe zu finden sein. Erweitert wird auch das Angebot an Sitzgelegenheiten. Bänke mit breiteren Sitzflächen und Armlehnen, die für Senioren ergonomisch günstiger sind als die bisherigen Standardmodelle, werden nach und nach in allen Friedhöfen aufgestellt. Und auch das neue Leit- und Orientierungssystem – große Tafeln, die zum schnellen Überblick über den Friedhof verhelfen – wird es künftig auch andernorts geben. 

Infotafeln wie hier am Westfriedhof sollen nun auch auf andere Friedhöfe.

In diesem Sommer waren sie auf dem Westfriedhof installiert worden. „Wer Inklusion sagt, darf auch die Friedhöfe nicht vergessen“, sagt Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. In einer pulsierenden Großstadt seien sie für viele Rückzugsorte zum Trauern, aber auch zum Nachdenken und Erholen. „Der Friedhofsbesuch soll daher allen gleich gut möglich sein, insbesondere auch älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen.“

Von Doris Richter

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