Feuer in der Silvesternacht

Familien geschockt: Rakete schlug in Fassade ein

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Rasim und Boja Baijric (65 und 62) leben seit 15 Jahren in ihrer Eigentumswohnung (Balkon rechts). „Ein Mann sagte, dass es bei uns brennt. Wir hatten es nicht bemerkt“

München - Für die allermeisten Münchner war die Feier ins neue Jahr ein Fest des Optimismus, der Freude, der Ziele, der Planungen. Doch für manche beginnt 2015 voller Fassungslosigkeit, Wut und Trauer.

Denn gleich mehrere Wohnungen sind durch Silvester-Raketen völlig zerstört worden. Silvester-Inferno titelte die tz am Freitag. Ein Inferno – das war es auch für zwei Mietparteien in der ­Haderner Sauerbruchstraße. Die tz traf sie, die hier Balkon an Balkon wohnten und jetzt zusammen einen Schaden von rund 200 000 Euro zu beklagen haben. Was sie sagen, lesen Sie hier:

„Bei Ihnen brennt’s!“

Rasim Baijric (65) und seine Frau Boja (62).

RasimBaijric (65) und seine Frau Boja (62) wohnen seit 2000 in ihrer Eigentumswohnung – auf dem Foto oben der rechte Balkon. An die tragischen Minuten erinnern sie sich so: „Kurz nach Mitternacht hat unser Sohn noch angerufen und uns ein gutes neues Jahr gewünscht. Ein paar Minuten später, so gegen viertel nach zwölf, muss die Rakete dann in die Balkonfassade eingeschlagen sein. Wir hatten das gar nicht bemerkt. Ein junger Mann klingelte plötzlich an der Haustür und sagte ,Bei Ihnen brennt’s!‘“

Rasim riss sofort die Balkontür auf. „Die Flammen schlugen sofort in die Wohnung. Ich machte die Tür gleich wieder zu.“ Glas splitterte. Die Feuerwehr, so das Paar, habe von der Straße aus und übers Treppenhaus gelöscht. „Wir hoffen, die Versicherung zahlt alles.“ Der Balkon ist hinüber, die Fenster kaputt.

Großer Schock

Natascha Grünwald (46) feierte mit ihren Kindern, als das Feuer ausbrach Fotos: Sigi Jantz

Natascha Grünwald (46, Beamtin) wohnt mit ihren Kindern Alex (17) und Natalie (14) in der linken Wohnung, auf dem Foto oben der linke Balkon. Die Mutter erinnert sich: „Wir haben nach Mitternacht einen Film angeschaut. Unten auf der Straße haben Jugendliche ein Feuerwerk abgeschossen. Erst flog eine Rakete an unsere Schlafzimmerscheibe. Kurz darauf hat es geklingelt, und einer der Jungs stand vor der Tür und sagt, dass es bei uns brennen würde. Ich wollte noch eine Decke auf das Feuer werfen, aber es war zu spät. Binnen Sekunden hat unser Balkon gebrannt.“

Die Feuerwehr kam innerhalb von Minuten. Der Balkon ist ausgebrannt, das Schlafzimmer verrußt, die Rauchschäden sind groß. Natascha Grünwald sagt: „Für uns war das ein Schock. Aber es hätte noch schlimmer ausgehen können.“

Andreas Thieme

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