Transplantations-Skandal

Großhadern: Erneut bei Transplantationen getrickst

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Das Klinikum Großhadern steht unter Verdacht, auch bei Lungentransplantationen geschummelt zu haben.

München - Hat das Klinikum Großhadern nicht nur bei Herztransplantationen getrickst? Anscheinend ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch noch wegen Lungen.

Wegen Tricksereien bei Herztransplantationen ermittelt bereits der Staatsanwalt, und jetzt gerät auch noch die Lunge ins Visier der Ermittler. Wieder einmal, so musste der Ärztliche Direktor des Uni-Klinikums Großhadern, Direktor Karl-Walter Jauch, am Freitag verkünden, sind die Berichte an die Transplantationszentrale Eurotransplant manipuliert worden.

Die Prüfungskommission der Bundesärztekammer (BÄK) hatte am 11. Juni in den Lungentransplantationen des Zentrums Großhadern aus den Jahren 2010 bis 2012 mehrere Auffälligkeiten entdeckt. In Absprache mit Aufsichtsratschef Ludwig Spaenle setzte das Klinikum daraufhin eine Task Force aus eigenen und externen Experten ein. Sie nahm alle von der BÄK noch nicht überprüften hochdringlichen Lungen-Transplantationsfälle der Jahre 2010 bis 2014 unter die Lupe. Bei 58 Fällen in der mit Großhadern kooperierenden Asklepios-Fachklinik Gauting gab es Unregelmäßigkeiten.

In deren Intensivstation wurden besonders viele auf eine Transplantation wartende Lungen-Patienten betreut. Gauting schickte die Berichte per Fax nach Großhadern, von dort wurden sie an Eurotransplant weitergeleitet. 30 dieser Faxe waren so verändert, dass es die Bundesärztekammer „wohl als systematische Fälschung werten wird“, so Jauch im Münchner Merkur.

Peter T. Schmidt

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