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„Zustände nicht mehr tragbar“

Prostitution und Lärm in Großhadern? Anwohner klagen gegen Arbeiterheim

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Ärger im Wohngebiet: Anwohner Stefan Rigl vor dem Arbeiterwohnheim an der Kleinhaderner Straße.

„In Hadern leben Sie sicher,“ betont Polizei-Chef Peter Gloël. Die Nachbarn eines Arbeiterwohnheims sehen das anders und sprechen von Schmutz, Ruhestörung und illegaler Prostitution.

München - „Die Zustände sind nicht mehr tragbar“, fasst einer der Betroffenen, Stefan Rigl, die Situation auf der Bürgerversammlung für die Nachbarschaft zusammen. Nicht nur, dass aufreizend angezogene junge Damen an der Straße vor dem Anwesen stünden und dort offenbar ihre Dienste anböten. Auch wiesen Fenster, die mit roten Neonröhren ausgeleuchtet seien, darauf hin, dass in dem Anwesen der Prostitution nachgegangen werde. Auch auf den nahen Spielplatz kämen kaum mehr Kinder zum Spielen. Denn: „Dieser ist von den Arbeitern komplett vereinnahmt worden“, beklagt eine Mutter. Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Handwerker „rauchen, trinken und streiten dort lautstark“. Aber auch der Garten des Hauses wird stark genutzt. Oft werde dort gegrillt, wobei die Bewohner wiederholt nasses Holz benutzt haben sollen. „Wegen der Rauchschwaden und des Lärms können wir uns in unserem Garten nicht mehr aufhalten“, klagt Anrainer Wolfgang Walter. Schon mehrmals habe er die Polizei gerufen – der Erfolg sei allerdings überschaubar.

Aber nicht nur für die Nachbarschaft, auch für die Menschen, die in dem Arbeiterwohnheim leben, seien die Zustände ebenfalls unzumutbar, kritisiert Rigl. Es gebe zu wenig Wasch- und Sozialräume in dem Haus, in dem teilweise bis zu 100 Menschen wohnen sollen. Ausgelegt sei es für deutlich weniger. 400 bis 800 Euro verlange der Vermieter nach Aussage der Bewohner für einen Schlafplatz in einem der 4- bis 6-Bett-Zimmer. „Das ist Wucher.“ Teils hätten sogar auch Arbeiter in Autos auf Garagen-Stellplätzen genächtigt. Ob mit Wissen des Vermieters, oder nicht, ist unklar.

Im Internet prangern die Anwohner die Zustände an - und zeigen ein Bild des Hauses mit rot beleuchtetem Fenster.

Lärm und Prostitution? Das sagt der Betreiber zu den Vorwürfen

Bei dem Betreiber des Wohnheimes, der HSL Verwaltungs GmbH, ist man ob der schweren Vorwürfe verschnupft: „Warum wenden sich die Nachbarn nicht einfach mal direkt an uns“, sagt der Verwalter auf Anfrage unserer Zeitung. „Meine Telefonnummer hängt doch am Haus.“ Zu den einzelnen Vorwürfen nimmt er aber keine Stellung. Auf der Bürgerversammlung beantragten die Nachbarn Rigl und Walter letztlich den Entzug der Konzession, das Gebäude als Wohnheim betreiben zu dürfen. Bereits vergangene Woche hatten sie den Mitgliedern des Bezirksausschusses Hadern ihr Anliegen vorgetragen. Mit Fotos untermauerten sie ihre Anschuldigungen. Das Stadtteilgremium war sichtlich geschockt. Die erste Reaktion kam von Gerhard Fries (SPD), der auf das Gewerbeaufsichtsamt einschalten wollte. Der BA-Vorsitzender Johann Stadler (CSU) brachte zusätzlich das Sozialreferat ins Spiel, welches für das Thema „prekäres Wohnen“ zuständig ist.

Und auch die rund 200 Besucher der Bürgerversammlung am Dienstagabend befürworteten ohne Gegenstimme den Antrag von Stefan Rigl. Inzwischen haben die Nachbarn des Anwesens sogar eine Online-Petition (www.openpetition.de) gestartet, in der sie den Entzug der Konzession fordern. Auch die Polizei hat sich eingeschaltet: Nach einem Gespräch mit den Anwohnern, das für Anfang November anberaumt ist, will die Polizei über ihr weiteres Vorgehen entscheiden.

Auch lesenswert: Männer, die sich in Landshut auf der Suche nach einer Prostituierten befinden, werden künftig vermutlich nicht mehr in der Altstadt fündig. Das Ordnungsamt möchte dem Treiben den Garaus machen.

Ebenfalls: „Jede Frau ist eine H...“: Prostituierte wurde als Kind misshandelt - jetzt schockiert sie mit Aussage

Margot Deny

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