Dachkonstruktion mit Effekt

Klinikum Großhadern: Darum sieht es aus wie ein Toaster

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Wird von vielen Studenten und Münchnern auch Toaster genannt: Das Bettenhaus des Klinikum Großhadern.

München - Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum das Klinikum Großhadern aussieht wie ein übergroßer Toaster? Wir wollten es wissen und haben nachgeforscht.

Es ist das Wahrzeichen des Stadtteils und von weitem aus sichtbar: Das zentrale Gebäude des Klinikum Großhadern, das Bettenhaus. Stattliche 205 Meter ist es lang und 60 Meter hoch. Ein beeindruckender Mega-Bau, der seit den 70ern das Stadtbild mitgeprägt hat. In etwa 20 Jahren wird er Geschichte sein, denn mit dem geplanten Neubau des Klinikums wird als letztes Element auch das Bettenhaus weichen müssen.

Großhadern wird sein Wahrzeichen, den großen "Toaster", verlieren. Genau so nennen viele Münchner und Studenten nämlich das Bettenhaus wegen seiner Aluminiumfassade und dem auffälligen Dach-Aufbau. Und sind wir einmal ehrlich, die Bauweise erinnert tatsächlich an einen überdimensionierten Toaster. Dieser spezielle Entwurf der Architektengemeinschaft Schwethelm und Schlempp gewann seinerzeit die Ausschreibung um den Klinik-Neubau. Doch warum sieht das Gebäude nun aus, wie es aussieht? Sind dort oben Helikopter-Landeplätze? Ist es eine Aussichtsplattform? Oder ist es doch nur ein Design-Element, ohne weiteren Nutzen?

So ähnlich funktioniert die Fassadenbefahranlage des Klinikum Großhadern.

Wir sind der Frage nachgegangen, die sich bestimmt viele Münchner schon gestellt haben - und haben Antworten gefunden: Die kompakte Bauweise sollte einem Klinikum der kurzen Wege dienen. Deswegen wurde es als großer Block errichtet. Aber was ist mit dem Dach? "An der Dachkonstruktion unseres 'Toasters' ist eine Fassadenbefahranlage befestigt", erklärt Matthias Lanwehr von der Pressestelle des Uni-Klinikums München auf Anfrage unserer Online-Redaktion. "Mit einem Fahrkorb kann jeder Punkt an der Fassade erreicht werden, um Reparaturen an Fenstern, Außenjalousien und der Fassade vorzunehmen." Auch Fenster, die nicht zu öffnen sind, könnten somit erreicht und gereinigt werden.

Doch das ist nicht die einzige Erklärung, das Staatliche Bauamt München 2 liefert eine weitere. Die ringförmige Dachkonstruktion erfüllt die Funktion eines Windleitwerks. Neben der Technikzentrale befindet sich auf dem Dach nämlich laut Baudirektor Florian Roger auch die Abluftanlage der Hauslüftung des Klinikums. Und der aufgesetzte Dachring soll verhindern, dass diese verbrauchte Luft an der Fassade nach unten fließt. Der Grund: Zum einen soll die verbrauchte Luft nicht durch geöffnete Fenster ins Innere der Zimmer gelangen, und zum anderen wird am unteren Ende der Fassade die Frischluft für das Gebäude angesogen. Und dort wäre die Abluft nicht gerade wünschenswert. Vor allem, da die Lage des Gebäudes am Stadtrand den Patienten bessere Luftverhältnisse bescheren soll.

Das Rätsel um Großhaderns Toaster ist gelöst. Und wir sind um einen weiteren Eintrag im Kapitel "unnützes Wissen für Münchner" reicher.

Florian Weiß

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