Eltern reagieren sofort

Bub (13) experimentiert in München mit Chemiebaukasten - Versuch nimmt übles Ende

Ein 13-Jähriger aus Großhadern wollte ein Experiment mit einem Chemiebaukasten machen - doch der Versuch ging fürchterlich schief. Nicht nur er wurde dabei verletzt.

  • In einem Haus in Großhadern kam es zu einem Unglück.
  • Ursache war ein Versuch mit einem Chemiebaukasten. 
  • Mit dem Chemiebaukasten experimentiert hatte ein 13-jähriger Junge. 

Update: Nach dem Unfall, bei dem vermutlich durch das Hantieren mit  einem Chemiebaukasten ein verheerendes Feuer entstand, sprachen wir mit einem Spielwarenhändler über Risiken, die mit solchen Experimentier-Kästen verbunden sein könnten. 

„Chemiebaukästen sind in der Regel unbedenklich und sicher – da sichern sich die Hersteller schon ab“, sagt Spielwarenhändler Markus Schütz (40). Es gebe für ältere Kinder, die sich für Chemie interessieren, schulbegleitende Kästen, in denen kleinere chemische Reaktionen getestet werden können. Dazu würden aber immer detaillierte Anweisungen, Schutz- und Warnhinweise gereicht. Auch eine Schutzbrille sei in der Regel dabei. Schütz vermutet, dass der Bub bei seinem Experiment die Fantasie spielen ließ und in irgendeiner Form „dazugeholfen“ hat, also eventuell auf eigene Faust versucht hat, ein Reagenzglas zu erhitzen, oder in anderer Weise mit Feuer gespielt hat, woraufhin sich Materialien entzündeten. „Wer Kinder hat, weiß, dass das aber immer im Haushalt passieren kann – da muss kein Chemiebaukasten im Spiel sein.“ 

München - Bei einem missglückten Experiment mit einem Chemiebaukasten sind am Samstagabend (8.2.) drei Personen in Großhadern verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilt, entstand aus unbekannter Ursache beim Hantieren mit dem Baukasten ein Brand im ersten Obergeschoss eines Einfamilienhauses. 

München: Bub (13) experimentiert in Großhadern mit Chemiebaukasten - Feuer entzündet sich

Durch das Feuer entzündete sich die Kleidung eines 13-jährigen Jungen. Als die Eltern das Unglück bemerkten, rannte der Junge bereits die Treppen zum Erdgeschoss herunter. Sofort entkleideten die Eltern ihren Sohn. Dabei zogen sich beide Brandverletzungen an den Händen zu. 

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war der Brand bereits erloschen. Der Rettungsdienst versorgte die Eltern, während der Kindernotarzt sich um den schwer verletzten Jungen kümmerte. Sowohl die Eltern als auch der Jugendliche sind zur weiteren Behandlung in Münchner Kliniken transportiert worden. 

Großhadern: Chemie-Experiment nimmt schlimmes Ende - Polizei nimmt Ermittlungen auf

Abschließend kontrollierten die Einsatzkräfte mit einer Wärmebildkamera den betroffenen Bereich und entrauchten diesen mit einem Hochleistungslüfter, so die Feuerwehr weiter. 

Der 18-jährige Bruder, welcher ebenfalls im Gebäude war, blieb unverletzt und konnte zu Hause bleiben. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist unbekannt. Das Fachkommissariat der Polizei hat die Ermittlungen zum Unglück aufgenommen.

mm

Zu einem furchtbaren Unglück kam es kürzlich auch im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach. Die Feuerwehr wurde wegen eines lauten Knalls gerufen.

Weitere Nachrichten aus München lesen Sie immer aktuell hier.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Paul Zinken

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Millionen-Diebstahl in der Commerzbank: Wichtige Zeugin verpasst Prozess - alle Angeklagten frei
Millionen-Diebstahl in der Commerzbank: Wichtige Zeugin verpasst Prozess - alle Angeklagten frei
Mitten in Schwabing: BMW-Rowdy zwingt MVV-Busfahrer zu extremen Manöver - Polizei sucht Zeugen
Mitten in Schwabing: BMW-Rowdy zwingt MVV-Busfahrer zu extremen Manöver - Polizei sucht Zeugen
Altenpflege zwischen Berufung und Knochenjob - tz-Redakteurin erhält ungewohnte Einblicke
Altenpflege zwischen Berufung und Knochenjob - tz-Redakteurin erhält ungewohnte Einblicke
Ungewöhnlicher Ausflug auf Dachterrasse: Feuerwehr nach Unwetter im Dauerstress - weiter Probleme für S-Bahn-Pendler
Ungewöhnlicher Ausflug auf Dachterrasse: Feuerwehr nach Unwetter im Dauerstress - weiter Probleme für S-Bahn-Pendler

Kommentare