Klinikum Großhadern

Krach um die Klinik-Pläne -  Anwohner laufen Sturm gegen Umbau-Vorschläge

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Das Klinikum Großhadern soll umgebaut werden. Die LMU plant ein komplett neues Klinikviertel. 

Das im Münchner Stadtbezirk Hadern gelegene Klinikum Großhadern ist Teil des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität und muss modernisiert werden. Doch die Anwohner befürchten eine massive Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität - vor allem ein Vorschlag sorgt für Entsetzen. 

Die Neubaupläne des Klinikums Großhadern schlagen hohe Wellen. Nachdem der Versammlungsraum des Bezirksausschusses bereits im Februar für den Besucheransturm zu klein war, entschied man sich für die Sitzung an diesem Montagabend gleich für den großen Gastraum im Mehlfeld’s. Und das war gut so: Rund 50 Bürger waren gekommen, um ihre Bedenken den Stadtteilpolitikern und dem Klinikvorstand mitzuteilen. Zunächst stellte Professor Karl-Walter Jauch klar, dass ein Neubau des Klinikums unumgänglich ist: „Das Bettenhaus ist nicht sanierbar.“ Derzeit geht man davon aus, dass zum Ende des Jahrzehnts der erste Bauabschnitt, etwa acht Jahre später der zweite abgeschlossen sein wird. 

Neues Parkhaus mit viel Grün

Die Bauphase startet 2021/22, wenn die Parkharfe im Norden des Klinikums wegfällt. Dann entsteht ein Parkhaus mit 1700 Parkplätzen im Nordosten des Areals. Fünf oder sechs Etagen sind geplant. Der Ärztliche Direktor stellte eine Begrünung des Gebäudes in Aussicht. Laut Klinikum ist das Parkhaus, das durchaus eine Beeinträchtigung der Nachbarn darstelle, notwendig, damit Besucher und Personal nicht in den Anwohnerstraßen parkten. Viele Leute aus dem Viertel haben mit dem Parkhaus allerdings ein grundsätzliches Problem. Mutmaßungen, es solle nur ein weiterer Park & Ride-Parkplatz für die U-Bahn entstehen, wies Jauch aber zurück. 

Geplanter Hubschrauberlandeplatz sorgt für Unmut

Die Stimmung kochte aber bei einem anderen Thema noch weiter hoch – nämlich als Jauch auf den geplanten Hubschrauberdachlandeplatz zu sprechen kam. Das Klinikum geht davon aus, dass künftig allein nachts etwa 55 Landungen im Jahr auf dem Dach erfolgen werden – für schwerstverletzte Patienten, die bisher über sieben Minuten vom Bodenlandeplatz zum Schockraum im Operativen Zentrum (OPZ) unterwegs seien. Der Hubschrauberlandeplatz ist der umstrittenste Teil der Pläne – das wurde auch am Montag deutlich. Die Bürgerinitiative Großhadern sagt klipp und klar: „Der Dachlandeplatz ist der falsche Weg für eine möglichst gute Patientenversorgung.“ Die Anlieferung bringe fast keine Zeitersparnis, die neue Flugroute führe teils über die Bebauung.

Die Baumaßnahmen

Das Klinikum erwartet einen Strukturwandel, Neubauten sollen das Bettenhaus ersetzen. Seit Januar können sich interdisziplinäre Teams aus Architekten und Fachplanern für eine Teilnahme an dem Wettbewerb anmelden. Das ist geplant:

➊ Forschungsbauten für Diagnostik und Forschung mit einer Nutzfläche von 18 000 Quadratmetern.

➋ Neubau eines gemeinschaftlichen Diagnostikzentrums von Klinikum und LMU mit einer Nutzfläche von 14 000 Quadratmetern.

➌ Ein neues Parkhaus mit 1700 Stellplätzen, da die alten Parkflächen für die Neubauten genutzt werden sollen.

➍ Herz-, Lungen- und Gefäßzentrum mit einem zweiten Hubschrauber-Landeplatz, der für viel Kritik im BA gesorgt hat. Nutzfläche 28 000 Quadratmeter und 430 Betten.

➎ Das neue Onkologische Zentrum. Nutzfläche 26 000 Quadratmeter und 188 Betten.

❻ Zwei neue Verwaltungsgebäude mit jeweils etwa 80-100 Büros. ❼ Noch nicht geplant: Das Bettenhaus soll frühestens 2029 abgerissen werden

❽ Neues Hauner, Kinderklinik, 18 000 Quadratmeter.

Margot Deny

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