Leiche war schon mumifiziert

Tochter schläft fünf Jahre lang mit toter Mutter im Bett

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In diesem Haus in der Terofalstraße in Blumenau lebte die 55-Jährige mit ihrer toten Mutter zusammen - und teilte mit ihr sogar ein Bett.

München - Fünf Jahre lang hat eine erwachsene Frau mit ihrer toten Mutter zusammengelebt. Die Leiche der 83-Jährigen lag die ganze Zeit über im Ehebett. Erst durch Hinweise von Nachbarn stießen die Behörden auf den bizarren Fall.

Es ist ein Fall wie aus einem schlechten Film: Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Blumenau (Hadern) hatten irgendwann begonnen, sich zu wundern. Schon lange hatten sie ihre 83 Jahre alte Nachbarin nicht mehr gesehen. Einige von ihnen informierten deshalb die Hausverwaltung. Ein Bezirkssozialarbeiter versuchte daraufhin über einen längeren Zeitraum immer wieder, Termine mit der Münchnerin zu vereinbaren. Dabei telefonierte er auch mit der in der Wohnung lebenden 55 Jahre alten Tochter. Die vertröstete den Bezirkssozialarbeiter aber jedes Mal mit unterschiedlichen Ausreden.

Polizei findet Leiche in komplett mumifiziertem Zustand

Am Donnerstag, 13. November, machte sich der Bezirkssozialarbeiter deshalb auf, um der Rentnerin persönlich einen Besuch abzustatten. Als ihm jedoch niemand die Wohnungstüre öffnete, alarmierte der Mann die Polizei. Mit Hilfe der Feuerwehr verschafften sich die Beamten schließlich Zugang zu der Wohnung. Dort entdeckten sie im Schlafzimmer auf dem Ehebett die Leiche der 83-Jährigen. Sie befand sich bereits in einem komplett mumifizierten Zustand.

Tochter lebte offenbar seit März 2009 mit toter Mutter zusammen

Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass die Tochter offenbar seit März 2009 mit der toten Mutter zusammenwohnte - und mit ihr auch ein Bett teilte. Die beiden hatten auch die Jahre zuvor schon gemeinsam in der Wohnung gelebt. Die Obduktion ergab, dass die Rentnerin eines natürlichen Todes starb. Warum die Tochter den Tod der Mutter nie meldete, geht aus dem Bericht der Polizei nicht hervor. Die Beamten brachten die 55-Jährige nach einer ersten Befragung allerdings in einer psychiatrischen Einrichtung unter.

Ein ähnlicher Fall hat sich vor eineinhalb Jahren in Moosach zugetragen: Im März 2013 wurde die skelettierte Leiche einer 70-Jährigen entdeckt, ihre Tochter hatte monatelang zusammen mit dem Leichnam gelebt - weil sie meinte, die Beerdigungskosten nicht aufbringen zu können.

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