Warum vermisst sie keiner?

Tote Frau aus der Grube: Drei Theorien

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In der Kompostieranlage in der Tischlerstraße wurde die Tote gefunden.

München - Ihr Tod ist ein einziges Rätsel: Die Identität der toten Frau aus der Klärgrube ist weiterhin unklar. Es gibt drei Theorien zu ihr, doch keine davon erscheint richtig plausibel.

Niemand scheint sie zu vermissen. Allein das ist schon so traurig: Über die Feiertage ist es der Mordkommission nicht gelungen, die Identität der jungen Frau zu klären, die am Freitag unter dem Eis der Absenkgrube auf dem Gelände der städtischen Kompostieranlage in der Tischlerstraße (Hadern) gefunden wurde!

Es gibt keine Handtasche, keinen Schmuck, keine Papiere. Lediglich ihre gepflegte Markenkleidung (siehe Beschreibung unten), die langen blonden Haare und die sehr schönen Zähne lassen vermuten, dass sie sehr auf ihr Äußeres und auf gute Qualität ihrer Kleidung achtete. Zur Zeit werden bayern- und bundesweit passende Vermisstenfälle verglichen.

Leichenfund in Hadern - Bilder

Leichenfund in Hadern - Bilder

Die Obduktion ergab, dass die Leiche höchstens 25 Jahre alt war, bereits seit einigen Wochen tot und ertrunken ist. An ihrem Körper wurden keine Spuren von Gewalt entdeckt. Es ist denkbar, dass ihr Leichnam zunächst im trüben Morast des drei Meter tiefen Beckens versank und später auftrieb. Das Eis über der Leiche war zwei Zentimeter dick. Völlig unklar ist, wie die junge Frau auf das umzäunte und mit verschlossenen Toren umgebene Gelände im Wald kam. Ihr Tod – ein einziges Rätsel:

Theorie 1 – ein Unfall? Unwahrscheinlich. Für pubertäre, nächtliche Partys an gruseligen Orten war sie eigentlich schon zu alt. Das Absenkbecken ist von außen zwar nicht zu sehen, aber von Treppenstufen und einem Geländer umgeben. Da fällt man nicht einfach hinein. Zudem gibt es Leitern und Rettungsringe.

Theorie 2 – ein Suizid? Schwer vorstellbar. Dafür hätte die junge Frau eine Beziehung zu diesem abgelegenen Ort haben müssen. Dafür fanden sich aber bisher keinerlei Ansatzpunkte. Zudem muss es große Überwindung kosten, in ein Becken voller trüber, übelriechender und eiskalter Kompostbrühe zu springen. Würde jemand so schreckliche Art des Sterbens wählen?

Theorie 3 – ein Gewaltverbrechen? Dafür gibt es ebenfalls keine konkreten Anhaltspunkte. Auffällig ist jedoch, dass die Tote überhaupt keine Gegenstände bei sich trug. Die chemisch-toxische Gutachten der Rechtsmedizin steht aber noch aus. Die junge Frau könnte theoretisch im bewusstlosen Zustand in das Becken geworfen worden sein. Der Zaun hat auch einige Schwachstellen, ist aber schwierig zu überwinden. Ob es möglich ist, dass Gelände tagsüber ungesehen zu befahren oder zu betreten oder ob eventuell Schlüssel abhanden gekommen sind, wird ermittelt.

Dorita Plange

Gute Beschreibung – aber keine Spur

Bisher bekam die Mordkommission (Tel. 089/2910-0) nur wenige Hinweise auf die unbekannte Tote. Kein einziger führte bislang zum Erfolg. Die junge Frau war 20 bis 25 Jahre alt, 1,60 Meter groß, 48 Kilo schwer, schlank und hatte dunkelblondes, langes Haar. Sie trug eine Mustang-Jeans Größenangabe entfernt), eine schwarze Seidenstrumpfhose, neuwertige, dunkelblaue Schnürstiefeletten mit cognacfarbenem Rand (Größe 36, von Paul Green, Hersteller Gebrüder Götz, Würzburg), beiges Trägerhemd und Slip (Mey), khakifarbenes Langarm-Feinrippshirt (Größe S, Ludwig Beck) und ein schwarzes TCM-Bustier (Tchibo).

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