Hat ein Freund ihn getötet?

Mord in Nachbarwohnung: Drogentoter starb durch Gewalt

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In diesem Haus in Großhadern wurde der Tote gefunden.

München - Der Tod eines Münchners, der zunächst aussah wie eine Folge von Drogenmissbrauch, scheint ein Gewaltverbrechen zu sein. Der Zeuge, der ihn fand, könnte ihn tödlich verletzt haben.

Münchner Rechtsmediziner haben möglicherweise einen Mord in Großhadern aufgedeckt. Um 11.30 Uhr meldete sich am Fronleichnamstag (4. Juni) bei der Rettungsleitstelle ein 32-jähriger Türke aus dem Wildtaubenweg und erklärte: „Ich habe gerade meinen Mitbewohner gefunden. Er ist tot!“ Der arbeitslose Türke wohnte zuletzt in der Wohnung des Industriemechanikers Ralf A. (50). Er gab an, mit ihm zusammen am Vorabend Drogen konsumiert und ihn mittags tot gefunden zu haben. Doch das war möglicherweise nur die halbe Wahrheit …

Andreas K. hörte in der Tatnacht lautes Geschrei aus der Nachbarwohnung in dem Mehrfamilienhaus im Wildtaubenweg. Jetzt stellten die Rechtsmediziner fest, dass Ralf A. Opfer eines Verbrechens geworden war

Denn die Nachbarn hatten in der fraglichen Nacht bereits die Polizei gerufen. Nachbar Andreas K. (Name geändert): „In der Wohnung von Herrn A. im dritten Stock ging es öfter mal hoch her. Wenn er zuviel getrunken oder Drogen genommen hatte, war er verwirrt, führte laute Selbstgespräche und pöbelte in der Gegend herum. Manchmal hatte er auch seltsame Besucher.“ Doch in der Nacht zum 4. Juni klang das Gewimmer und Geschrei in der Wohnung derart beängstigend, dass eine Bewohnerin die Polizei rief. Die kam auch, wurde aber offenbar abgewimmelt.

Erst nach dem Anruf in der Rettungsleitstelle kam der Notarzt. Da war A. längst tot. Wegen der dubiosen Umstände in der Männer-WG ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion an. Dabei fanden die Rechtsmediziner Anzeichen, dass der 50-Jährige offensichtlich umgebracht wurde. Am Freitag wurde der Untermieter festgenommen. Er bestreitet die Vorwürfe, sitzt aber nun wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge in U-Haft. Mittlerweile hat die Mordkommission den Fall übernommen.

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