Grober Behandlungsfehler

Prozess gegen Uni-Klinik: "Ich wäre fast verblutet"

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Gabriel M. vor dem Landgericht München.

München - Ein grober Behandlungsfehler hätte Gabriel M. (46) das Leben kosten können. Er klagt nun gegen das Klinikum Großhadern.

Der Ingenieur leidet an der sogenannten Bluterkrankheit. Seine Blutgerinnung funktioniert nicht richtig. Im Klinikum Großhadern hatten die Ärzte dies im April 2010 nicht beachtet. Gabriel M. musste erneut operiert werden. Dass er nicht verblutete – reiner Zufall. Er klagte über seinen Anwalt Alexander Fischer auf Schmerzensgeld. Am Montag einigte man sich vor dem Landgericht München I. Doch das Geld ist ihm egal.

„Die Summe ist lächerlich im Vergleich dazu, was ich durchgemacht habe“, sagt der Familienvater zur tz. Auf 15.000 Euro haben sich beide Parteien geeinigt. Gutachter Prof. Dr. Reinhold Eckstein bestätigte die Schwere des Behandlungsfehlers: „Das darf nicht passieren. Schon gar nicht in einem solchen Exzellenz-Klinikum.“ Dann wendet er sich an die Vertreter der Klinik: „Sie können froh sein, dass Ihr Patient noch lebt.“

Gabriel M. ließ sich im Herbst 2009 in Freiburg operieren. Seine Bronchien funktionierten nicht. Ein Stück wurde entfernt. Die Heilung verlief gut. Bis ein halbes Jahr später ein Teil seiner Lunge kollabierte. Im Klinikum Großhadern setzten ihm die Ärzte eine Drainage und operierten ihn. Doch bei der Nachbehandlung ließen sie M.s Krankheit außer Acht. Fatal: Heparin und Ibuprofen hemmten die Blutgerinnung zusätzlich.

Gabriel M. sagt: „Ich gebe nicht den Ärzten die Schuld, sondern dem System. Das Personal steht unglaublich unter Druck.“

J. Heininger

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