Er sitzt in U-Haft

Polizei-PK im Video: Münchner tötet fünf Wochen alte Tochter

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Auskünfte zu dem Fall gaben Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft, Josef Wimmer und Thomas Baumann. 

Eine furchtbare Tragödie hat sich im Münchner Stadtteil Kleinhadern abgespielt: Ein Vater hat seine fünf Wochen alte Tochter geschüttelt, sie starb darauf in einer Klinik. 

Update von 13.05 Uhr: Gegenüber der tz* haben die Beamten die Angaben doch noch konkretisiert. Der Vater ist 32 Jahre alt. Er und die Kindsmutter sind Italiener.

Update von 11.30 Uhr: Die Pressekonferenz der Polizei hat begonnen. Wie Josef Wimmer (Leiter K11) berichtet, ist das kleine, fünf Wochen alte Mädchen am Montag gegen 4 Uhr in der Haunerschen Kinderklinik in München verstorben. Es war am Sonntagnachmittag eingeliefert worden. Die Ärzte versuchten alles, konnten aber nichts mehr für das Kind tun.

Um die bis dahin unbekannte Todesursache zu klären, wurde am Institut für Rechtsmedizin in München eine Obduktion durchgeführt. Diese ergab, dass das Gehirn des Säuglings krankhafte Veränderungen aufwies. Als wahrscheinlichste Ursache wird von einem sogenannten Schütteltrauma ausgegangen. Nach bisherigem Kenntnisstand der Ermittler hatte der Vater das Kind zuletzt in seiner Obhut. Gegen ihn besteht der Verdacht, dass er seine Tochter so heftig geschüttelt hat, dass sie an an den Folgen verstarb. Oberstaatsanwältin Anne Leiding (Staatsanwaltschaft München I) spricht zudem von „Heimtücke“ und „niedrigen Beweggründen“ - da der Vater möglicherweise einfach seine Ruhe vom schreienden Kind haben wollte. Beides sind aus Sicht der Staatsanwaltschaft Mordmerkmale, da bekannt sei, dass das „Schütteln“ zum Tod eines Säuglings führen könne. Das alles sei aber bisher eine vorläufige Beurteilung, so Leiding.

Vater räumte das „Schütteln“ des Babys bereits ein

Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen wegen Mordes in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen. Der Vater räumte laut Polizei bisher zumindest ein, dass es „zum Schütteln“ gekommen sei. 

Josef Wimmer, Leiter des Mordkommissariats, wirkt selbst betroffen bei der Pressekonferenz und bittet zusammen mit der Staatsanwältin immer wieder um Verständnis, dass man spärlich Details zu der Familie und dem Vorfall herausgebe. Es handle sich um eine Tragödie, „wir wollen das Leid der Familie nicht noch erhöhen“, so Wimmer. 

Auf Nachfragen der Journalisten werden zumindest das ungefähre Alter und die Herkunft des Vaters genannt: etwa Mitte 30, Münchner. Die Familie lebt in normal-bürgerlichen Verhältnissen. Die Mutter (knapp 30 Jahre alt) hielt sich im Nebenraum auf, als sich die Tat ereignete. Für sie sei es „extrem schwer“, sie werde betreut. 

Säugling stirbt in Kleinhadern: Das waren die ersten Informationen

München - Die schreckliche Tat hat sich laut aktuellem Polizeibericht bereits am Sonntag gegen 15 Uhr ereignet, am heutigen Donnerstag wird die Polizei bei einer Pressekonferenz Auskünfte zu dem Vorfall erteilen*. Dafür wird auch Kriminaloberrat Josef Wimmer (Leiter K11) und Oberstaatsanwältin Anne Leiding (Staatsanwaltschaft München I) zugegen sein. 

Bisher ist nur bekannt, dass ein erst fünf Wochen alter Säugling gestorben ist und wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt wird. Das Umfeld soll nach ersten Informationen der tz normal-bürgerlich sein. 

Mehr Informationen im Laufe des Vormittags an dieser Stelle.

*Bei uns können Sie die Pressekonferenz gegen 11.30 Uhr im Live-Stream hier und auf Facebook verfolgen. Danach ist sie als Video abrufbar. 

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*tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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