"Ich habe etwas Schreckliches getan"

Sohn tötet Mutter (76) – Geständnis vor Gericht

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Der Angeklagte ­Imre F. am Montag vor dem Schwurgericht.

München - Ein 44-Jähriger hat am Montag beim Beginn des Prozesses zugegeben, dass er seine Mutter getötet hat. Er steckte in einem Sumpf aus Geld und Sucht.

Selbst erfahrene Ermittler der Mordkommission hat diese Tat betroffen gemacht: Leblos fanden sie Iren C. († 76) am Bodes ihres Hauses in Großhadern – eine Plastiktüte über dem Kopf und schwere Striemen an der Kehle. Mitte März 2014 war sie erdrosselt und erstickt worden. Die Leiche der Seniorin war gezeichnet von einem minutenlangen, grausamen Todeskampf. Am Ende wurden ihr sogar noch die Ringe von den Fingern gezogen!

Der Täter ist ihr eigener Sohn: Chemiker Imre F. (44) hat am Montag beim Beginn des Prozesses am Landgericht zugegeben, dass er seiner Mutter das Leben genommen hat. Hintergrund für seine Tat: Spielschulden! Monatelang zockte er in virtuellen Casinos, schlug sich am Computer die Nächte um die Ohren. Auch in der Nacht vor der Tat war er in einem Internet-Casino aktiv, verzockte einen Vorschuss seines Chefs über mehrere tausend Euro.

Obwohl F. als Patentgutachter gut verdiente (7000 Euro netto), reichte ihm das Geld nicht. Am Ende forderte das Finanzamt fast 20 000 Euro Steuern von ihm zurück, es drohte die Zwangsvollstreckung!

Und die Spielsucht von Imre F. wurde offenbar immer schlimmer. Gleichzeitig häuften sich die Verbindlichkeiten gegenüber seinem Arbeitgeber. Aus diesem Grund soll F. am nächsten Morgen den tödlichen Plan gefasst haben: In seiner kranken Spielsucht sah er offensichtlich keinen anderen Ausweg als den Menschen zu berauben, der ihm am nächsten stand: seine Mutter Iren.

Er packte sie laut Anklage gegen 14.30 Uhr von hinten und würgte sie. Als sie kraftlos zu Boden sank, soll er ein Rundholz an ihren Hals gesetzt haben – trotzdem starb sie nicht. Auch nicht durch den Ledergürtel um ihre Kehle. Erst die Plastiktüte über ihrem Gesicht tötete Iren C. qualvoll. 15 Minuten lang rang sie mit dem Tod.

Zwischendurch, so berichtete es der Sohn am Dienstag vor Gericht, habe sie entgeistert gerufen: „Was machst Du da, Du Verrückter?“

Danach soll der Sohn ihren Schmuck versetzt haben, später fuhr er zu seinem Chef. Ihm gestand er die Tat mit den Worten: „Ich habe etwas Schreckliches getan.“ Noch am selben Tag machte er auch gegenüber der Mordkommission reinen Tisch und gestand unter Tränen: „Ich wusste nicht, dass es so schwer ist, einen Menschen zu töten.“

Nun muss sich Imre F. vor Gericht verantworten. Acht Verhandlungstage sind geplant, das Urteil fällt am 24. April.  

Andreas Thieme

Leiche in Großhadern gefunden

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