Vom Scherben- zum Vorzeigegebiet

Hier will die Stadt das Viertel der Zukunft bauen

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373 Neubauwohnungen sollen an der Ludlstraße entstehen.

Aus einem Scherben- kann ein Vorzeigeviertel werden – das will die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Gewofag in ihrer neuen Siedlung an der Ludlstraße beweisen.

München - Jetzt, da die ersten Bagger in Hadern angerollt sind, nimmt dieses Vorhaben Fahrt auf. Für die kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist ein Bauvorhaben in dieser Größenordnung mit einer Investitionssumme von 115 Millionen Euro durchaus eine Herausforderung. Grund genug, um sich bei der Durchführung besondere Mühe zu geben. Nicht ohne Stolz erzählt Robert Zengler, Bereichsleiter Bau bei der Gewofag, bei einer Baustellenbegehung, dass man weder aus der Nachbarschaft noch seitens des Bezirksausschusses auf Widerstand gestoßen sei.

Sogar die Entmietung habe bis jetzt reibungslos geklappt, sagt Zengler. Die Mieter – an die 900 Personen – wohnen zukünftig in Ersatzwohnungen der Gewofag. Jeder sei individuell betreut und umgesetzt worden, sagte Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler. Man habe auch Wünsche erfüllen können. Es habe beispielsweise Bewohner gegeben, die in einen anderen Stadtteil oder in eine behindertengerechte Wohnung ziehen wollten. Die Gewofag geht daher nicht davon aus, dass in die 373 Neubauwohnungen viele Altmieter aus der Ludlstraße zurückkehren werden. Nachdem der erste Bauabschnitt erst Ende 2019 fertiggestellt sei, wolle man nach so langer Zeit auch niemanden mehr zwangsweise zurückversetzen, so der Geschäftsführer. „Es sei denn, er will unbedingt.“

Gewofag testet neues Müllkonzept

Vergeben werden die Wohnungen dann auf dem neuen Onlineportal der Stadt „Sowon“ (Soziales Wohnen Online) je zu einem Drittel an sozial Bedürftige, über das München Modell und frei finanziert. Das Ziel der Bauherrin: eine Gettoisierung verhindern. Auch auf baulicher Seite will man neue Wege beschreiten. Gegen den Lärm von der A 96 soll ein geschlossener Häuserriegel helfen, der auf der der Autobahn zugewandten Südseite über eine Metallfassade verfügt, die spezielle Lärmschutzeigenschaften aufweist. Um die Ludlstraße gruppieren sich fünfeckige Wohnblöcke in verschiedenen Höhen. In den niedrigen eingeschossigen werden Sozialeinrichtungen untergebracht.

In puncto Müllentsorgung will die städtische Wohnungsbaugesellschaft Maßstäbe setzen. Zusammen mit dem Amt für Abfallwirtschaft hat man ein besonderes Entsorgungskonzept entwickelt. So sind nur entlang der Ludlstraße spezielle Müllräume angeordnet. Der gesamte Müll soll dort über Unterflurcontainer entsorgt werden. Ein Plus an Wohnqualität sei dies, sagte Dengler, „wenn es denn angenommen wird“.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt indes: Die gewünschte Verkehrsberuhigung der Ludlstraße hat der Stadtrat um ein Jahr vertagt. Eine Anwohnerstraße würde aus Sicht der Bauherrin den oft genutzten „Schleichweg“ als solchen unattraktiv machen und dem Neubaugebiet Siedlungscharakter verleihen. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Hadern – mein Viertel“.   

Margot Deny

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