Einschusslöcher in zwei Wohnungen

Die Suche nach dem Spielplatz-Schützen

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Rentner Günther S. (68) aus Kleinhadern zeigt das Einschussloch in der Vitrine. „Der Schütze hat mit unserem Leben gespielt“

München - Eine Familie sitzt am Silvesterabend beim Raclette, und plötzlich macht's: Peng! Und da war es schon: Das Einschussloch mitten in der Wohnung. Jetzt läuft die Suche nach dem irren Täter!

Vermutlich vom Spielplatz aus feuerte der Täter gegen 21.30 Uhr in das Wohnzimmer im ersten Stock

Der letzte Abend im Jahr 2013: Am Stiftsbogen (Kleinhadern) sitzen das Ehepaar Günther (68) und Gerti S. (60) mit Tochter Jasmin und einer Freundin beim Raclette in der Küche und ratschen. Plötzlich scheppert’s gewaltig im Wohnzimmer. Zunächst denkt Günther S. an einen selbstgebastelten Böller, der vor dem Fenster explodiert sein könnte: „Es war ja schließlich der Silvesterabend.“ Seine Frau Gerti schaut dann aber genauer hin – und entdeckt ein Einschussloch in der Doppel-Fensterscheibe!

Nach kurzer Suche finden Günther S. und seine Frau tatsächlich ein Projektil. In der Vitrine, zwischen den wertvollen Gläsern. Zuvor hatte das Geschoss einen Kristallkerzenleuchter zerfetzt und dann die zentimeterdicke Seitenwand der Vitrine durchschlagen.

Günther S. identifiziert das Projektil als ein verchromtes Hartmantelgeschoss. „Das ist was Seltenes“, weiß der Rentner, der während seiner Zeit bei der Bundeswehr viel mit Waffen zu tun hatte. „Da haben wir natürlich sofort die Polizei alarmiert.“

Im Schutz der Dunkelheit und der allgemeinen Knallerei an Silvester zielte der Schütze auch auf die Wohnung im Erdgeschoss

Innerhalb weniger Minuten wimmelte es Am Stiftsbogen von Polizisten – zumal auch aus dem Nachbarhaus ein Einschuss gemeldet worden war. Hier hatte ein Projektil ebenfalls das Wohnzimmerfenster einer Wohnung im 1. Stock durchschlagen. „Das Geschoss prallte gegen die Decke und fiel dann auf den Boden“, erzählt der 63-jährige Bewohner der tz.

Eine Fahndung nach dem unheimlichen Schützen blieb bislang ohne Erfolg. Nur eines steht fest: die Flugbahn der Geschosse. Demzufolge muss sie der Täter von einem Spielplatz aus abgefeuert haben. Bei den Geschossen handelt es sich um Projektile des Kalibers 9x19. „Sie können aus einer Pistole oder eine Maschinen-Pistole abgegeben worden sein“, sagt Polizeisprecher Carsten Neubert.

Rentner Günther S. jedenfalls hofft, dass der Schütze gefasst wird. „Das war kriminell. Einen halben Meter weiter und die Kugel hätte mich im Hinterkopf getroffen.“ Die Polizei bittet unter 089/29100 um Hinweise.

JAM/DOP

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