tz-Stadtteil-Check: Note 2,75

Hadern - im Zeichen der Klinik

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Markant: das Klinikum Großhadern.

In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Hadern. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,75.

Wo wohnen die glücklichsten Münchner? Wie beurteilen die Bürger das Angebot für Kultur, Kinder undSenioren? Wie sauber finden sie ihr Viertel – und wie sicher fühlen sie sich dort? Die tz wollte dies und noch viel mehr im größten Stadtteilcheck Münchens wissen. 7000 Leser haben daran teilgenommen und Noten in 23 Kategorien vergeben. Ausgewertet hat sie der Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik an der Uni Augsburg. Die Studenten haben ihre Ergebnisse dann auch in den einzelnen Vierteln bei Recherchen und Umfragen in der Praxis überprüft. In einer Serie für alle 25 Stadtviertel stellt die tz jetzt die Ergebnisse vor. Heute sind wir unterwegs in Hadern. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,75.

Die Benotung im Einzelnen (VERGRÖßERN)

Sagen Sie das Wort „Hadern“ – und der durchschnittliche Münchner wird automatisch ans Klinikum denken. Es stimmt schon: Das Haus in Großhadern mit seinen über 1400 Betten ist gewissermaßen das Erkennungszeichen des ganzen Viertels. Aber: Auch andere Dinge sind wichtig hier in der Gegend. Das zeigen die Ergebnisse unseres großen Stadtteil-Checks. Die Bürger loben vor allem die Kinderbetreuung: Hier belegt Hadern Platz eins der Wertung. Außerdem gab’s in Sachen Immobilienpreise eine Platzierung im vorderen Drittel. Die Kehrseite der Medaille: Beim Freizeitangebot ist Hadern das Schlusslicht der ganzen Stadt. Beim Jugend-, Kultur- und Sportangebot, der Sicherheit sowie der Haustierfreundlichkeit sieht es auch nicht richtig rosig aus.

Was die Kinderfreundlichkeit angeht: Ob Krippe, Kindergarten oder Hort – in Hadern gibt es eine Vielzahl an Einrichtungen für Kleine und ganz Kleine. Trotzdem fehlt es immer noch an Betreuungsplätzen. Rebecca Enz-Gupta, Leiterin der Sportkita Wirbelwind, erklärt: „Wir haben zwar genügend Kitas, aber aufgrund des Mangels an Fachpersonal bekommen die Kinder trotzdem keine Plätze.“

Schwierig ist es beim Jugendangebot. So wünschen sich viele der Befragten mehr Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen. Aber es gibt Ausnahmen. Zu den wenigen, aber gut angenommenen Angeboten zählt der Jugendtreff pfiffTEEN am Wolkerweg 15. „Das Jugendzentrum ist ein Ort, an dem man Freunde und uns als Erwachsene treffen kann, die mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Franz Mühlbauer, Sozialpädagoge des Jugendtreffs.

Fakten

Fläche in Hektar: 923,28

Einwohnerzahl: 47 949

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 6163

Anteil der Senioren: 10 627

Gründungsjahr: 11. Jahrhundert

Jahr der Eingemeindung nach München: 1938

Grünfläche in Hektar: 42,62

Anzahl der Krippenplätze: 327

Anzahl der Kindergartenplätze: 1474

Anzahl der Schulen: 10

"Haben gute Supermärkte"

Julia Bächler.

Sehr gut gefallen mir der Waldfriedhof und die Nähe zum Westpark. Dort gehe ich gern joggen. Auch die Supermärkte in der Nähe sind eine gute Sache. Man wohnt ruhig, ist aber trotzdem schnell in der Innenstadt. Weniger schön sind dafür die Hochhäuser um den Stiftsbogen – dort könnte es noch deutlich ­grüner sein.

Mein Stadtteil-Tipp: Die Eisdiele Eismariechen an der U-Bahn Station Holzapfelkreuth."

Julia Bächler (30)

"Schön ländlich"

"Wir leben beide seit den 1960ern im Stadtteil und fühlen uns nach wie vor nicht als Großstädter. Hadern ist sehr ländlich geprägt und das ist gut so. Denn wir wollen eine grüne Siedlung mit Gartenstadtcharakter bleiben, weil uns genau das gefällt. Uns stört aber der geplante Bau der Straßenbahn in der ­Fürstenriederstraße.

Mein Stadtteil-Tipp: Wir empfehlen einen Ausflug ins Würmtal – da ist man schnell."

Michael Behr (74) und Franz Rudrich (75), Rentner

"Kaputte Straßen"

"Sehr schön in Hadern sind die vielen Grünflächen, die Nähe zu den Seen, die Viertel mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern und die gute Anbindung an S- und U-Bahn. Weniger schön sind die Zustände vieler Nebenstraßen. Außerdem werden viele Häuser abgerissen und große Wohnblocks ­errichtet.

Mein Stadtteil-Tipp: Wir fahren gern in den Westpark. Der ist nicht weit weg."

Ingrid (58) und Peter Stadler (66), Rentnerin und Selbstständiger

"Hier ist alles super"

In Hadern gefallen mir besonders die ruhige Lage und die freie Landschaft. Außerdem sind die Menschen angenehmer als in der Stadt. Auszusetzten habe ich gar nichts an meinem Stadtteil – mir gefällt hier ­einfach alles.

Mein Stadtteil-Tipp: Das Einkaufszentrum am Hadener Stern. Hier bekommt man alles, was man so braucht."

Adam Alican (25), Einzelhandelskaufmann

Termine:

29.11.2013:  Nazi komm raus! Buchlesung mit Christian „Fonsi“ Springer in der ­Hadener Mpore, Mehfelds Restaurant & Kulturbühne, Guardinistr. 98a, Einlass 18 Uhr.

7.12. und 8.12.2013: Wie besinnlich: der Hadener Weihnachtsmarkt an der Pfarrkirche St. Canisius. Canisiusplatz 1. Samstags von 14 bis 20 Uhr, sonntags von 11 bis 18:30 Uhr.

12.12.2013: Was Feines für die Kinder: Die kleine Hexe feiert Weihnachten. Bilderbuchkino und Malen. In der Stadtteilbibliothek Hadern, Guardinistraße 90, ab 15 Uhr.

16. 12.2013: Boarischer Hoagartn – Musikantenabend mit Musikern aus München und Umgebung in der Hadener Mpore, Mehfelds Restaurant & Kulturbühne, Guardinistr. 98a, Einlass um 18 Uhr.

Die bisherigen Teile

Allach-Untermenzing: Das Dorf in der Stadt

Obergiesing-Fasangarten: Wird die Zukunft grüner?

Schwanthalerhöhe: Das pure München

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Ludwigvorstadt-Isarvorstadt: Wo der Luxus wohnt

Aubing-Lochhausen-Langwied: Die Oase der Ruhe

Maxvorstadt: Die Kultur-Hochburg

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Altstadt-Lehel: Das Herz Münchens

Feldmoching-Hasenbergl: Vorurteile widerlegt

Sendling-Westpark: Ruhe und Radau

Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln: Münchens grüner Süden

Vanessa Stifter

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